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Ilja Trojanow und Julie Zeh: Autoren warnen vor Überwachungsstaat

"Angriff auf die Freiheit" heißt das neue Buch von Ilja Trojanow und Julie Zeh. Mit ihrer literarischen Co-Produktion kritisieren die beiden Autoren staatlich legalisierten Datenmissbrauch, der die Grundrechte des Menschen verletzt.

Die Schriftsteller Ilja Trojanow und Juli Zeh warnen einem drohenden Überwachungsstaat in Deutschland. Unter dem Deckmantel der Terrorabwehr dringe der Staat immer weiter in die Privatsphäre seiner Bürger vor, sagten die beiden Autoren am Mittwoch in Berlin. Mit ihrem nun erschienenen Buch "Angriff auf die Freiheit" (Carl Hanser Verlag) wollten sie Bewusstsein für den wachsenden Zugriff von Behörden und Unternehmen auf persönliche Daten sowie die Kontrolle des Internets schaffen. Ilja Trojanow wurde vor allem mit seinem Bestseller "Der Weltensammler" bekannt. Zu Zehs bekanntesten Romanen zählen "Spieltrieb" und "Schiff".

Die von der Politik beschriebene Bedrohung durch den Terrorismus sei irreal, sagten die Autoren. "Die einzige Gefahr des Terrorismus ist, wie wir als Gesellschaft darauf reagieren", so Zeh. Die bisher ergriffenen Maßnahmen gingen viel zu weit und seien wirkungslos: Bei der Rasterfahndung seien aus acht Millionen überprüften Datensätzen nur drei Ermittlungsverfahren hervorgegangen. Diese seien aber allesamt eingestellt worden, sagte Zeh. Die ebenfalls anwesende FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger stimmte zu: "Man muss genau untersuchen und hinterfragen, was die bisherigen Gesetze gebracht haben."

Trojanow und Zeh beschäftigen sich nach eigenen Angaben schon lange mit dem Thema Macht und Datenmissbrauch. Alle seine Werke setzten sich mit der "Machtfrage" auseinander, sagte Trojanow. Die gelernte Juristin Zeh hatte bereits 2008 Verfassungsbeschwerde gegen den biometrischen Reisepass eingelegt.

DPA / DPA