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Jubiläumsfolge: "Die drei ???" lösen ihren 125. Fall

Die Abenteuer der "Drei ???" begeistern seit 37 Jahren Kinder wie Eltern, die selbst mit den intelligent ausgedachten Kinderkrimis aufgewachsen sind. Jetzt erscheint die 125. Folge des Detektiv-Trios.

Bei Jeans, Cola und den "Drei ???" sind sich Kinder und Eltern einig: Sie sind und bleiben Kult. Rund zwölf Millionen Mal haben sich nach Angaben des Stuttgarter Kosmos Verlags bislang Bücher über die Abenteuer der drei Detektive verkauft. Noch beliebter sind die Hörspielcassetten oder CDs, die nach Auskunft des Produzenten BMG 30 Millionen Mal über den Ladentisch gingen. Während die Kleinen sich vor allem auf die Texte stürzen, schieben die Älteren nach den Erfahrungen von Detlev Beiderbeck, dem Betreiber der größten Fanseite im Internet (www.rocky-beach.com), lieber die CD ein. Oder strömen in Lesungen und Aufführungen mit den drei selbstbewussten, gewitzten und ewig jungen Spürnasen. Allein in Hamburg kamen zum Erscheinen der 100. CD vor zwei Jahren rund 13.000 Fans zu einer Veranstaltung.

Das Erfolgsrezept der Serie, die 1964 mit dem ersten Band in den USA aus der Taufe gehoben wurde und in Deutschland 1968 startete: Gewalt kommt so gut wie gar nicht vor, dafür lässt sich jeder noch so knifflige Fall mit Köpfchen und Kombinationsgabe lösen. In der dreibändigen Jubiläumsaufgabe "Feuermond" treffen die drei Jungs erneut auf ihren alten Widersacher, den Bilderdieb Victor Hugenay. Geschrieben hat die Trilogie der 32-jährige Berliner Autor André Marx, der selbst schon als Kind zum Fan des Trios wurde. Mit Folge 125 kann er auch ein persönliches Jubiläum feiern: Es ist der 25. Band aus seiner Feder.

Fans diskutieren im Forum

Die Hörspiele sind seit 1979 auf dem Markt und haben sich mittlerweile einen eigenen Fankreis erobert. Noch immer werden die Hörstücke von Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczek und Andreas Fröhlich gesprochen. Ungezählte Hörer tauschen sich dazu im Internet aus. Da werden vermeintlich homoerotische Aktivitäten von Peter beim Sporttraining ebenso ernsthaft diskutiert wie die Frage, wo und wann gelacht werden darf. Oder man tauscht sich - speziell die weiblichen Fans - über das Timbre der Sprecherstimmen aus. Gerade über diese Frage denkt etwa "MissWaggoner" schon "seit ein paar Jahren" nach, um schließlich zu dem Ergebnis zu kommen, "dass ich alle drei Stimmen gleich gerne mag."

Ob Mädchen oder Junge, Mann oder Frau - die Geschichten der "Drei ???" finden nach den Erfahrungen des Autors Marx bei allen Anklang - vielleicht, weil am Ende stets Klugheit und beherztes Eingreifen siegen. Ein weiteres Plus ist sicher, dass sie spannend sind, ohne unnötig brutal zu sein. Und vor allem zeigen sie: Auch wahre Helden haben ihre kleinen Schwächen.

Perfekte Rollenverteilung

"Wir übernehmen jeden Fall" steht auf der Visitenkarte der "Drei ???". Dass sie dabei so gut wie immer zum Ziel kommen, ist auch das Resultat einer perfekten Rollenverteilung: Die Jungen, so erklärt Autor Marx, sind "sehr unterschiedlich drauf": Justus Jonas ist der Chef, auch wenn er früher "Pummel" genannt wurde. Körperlich immer noch der Kleinste und nicht ganz so sportlich wie seine beiden Freunde, ist Justus gleichwohl ein kluger Kopf, nach dessen Plänen die drei meistens vorgehen.

Sein Gegenpart, der etwas oberflächliche Sunnyboy Peter Shaw, macht gern als erster einen Rückzieher oder schert immer mal wieder aus. Deshalb kommt dem Dritten im Bunde, dem eher nachdenklichen und in sich gekehrten Bob Andrews, die Rolle zu, zwischen den beiden ausgleichend zu wirken. Als einzige weibliche Konstante in diesem Männerbund mischt Justus' resolute Tante Mathilda mit.

Strategischer Ausgangspunkt für die drei Jungen ist die "Zentrale" in einem Wohnwagen auf dem Schrottplatz von Justus' Onkel Titus, ausgerüstet wie der High-Tech-Bunker eines Regierungschefs mit Telefon, Computer, Kleidung, Werkzeug, Proviant, Schlafplätzen und Notausgängen für brenzlige Lebenslagen. Zum Erscheinen der 125. Folge schickt der Verlag die "Zentrale" auf die Reise: Vom 12. September bis 8. Oktober ist ein original amerikanischer Airstream-Wohnwagen in 22 deutschen Städten von Lüneburg bis Ingolstadt unterwegs.

Susanna Gilbert-Sättele/DPA / DPA
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