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Neuerscheinung: Erotische Lyrik erregt Anstoß

Objekt der Begierde: Ein neuer Band mit erotischen Gedichten und Texten von Günter Grass, Sarah Kirsch und anderen zeitgenössischen Autoren sorgt für Schlagzeilen.

Auf geteiltes Echo ist der neue Band "Nackt" der Zeitschrift "Das Gedicht" des Weßlinger Herausgebers Anton G. Leitner gestoßen. Das Umschlagbild mit einem antiken Stein-Penis, der von Schrift fast verdeckt wird, lehnten einige Buchhandlungen ab. Eine derartige Darstellung wollten sie den Kunden nicht zumuten, berichtete Leitner von unterschiedlichen Reaktionen. Bei den Autoren sei die Initiative des Lyrik-Verlegers dagegen auf große Zustimmung gestoßen.

Von sanft bis deutlich hart

Unter dem Titel "Nackt - Leibes- und Liebesgedichte" sind in dem 163 Seiten starken Band Gedichte von Nobelpreisträger Günter Grass, Hans Magnus Enzensberger, Ulla Hahn, Sarah Kirsch, Friederike Mayröcker und zahlreiche andere Texte zeitgenössischer Autoren vertreten. "Der Band bietet eine spannende Auswahl erotischer Lyrik von ganz sanft bis deutlich hart", sagte Leitner. Das sei kein Skandal, Lyrik und Erotik gehörten schon immer zusammen.

Neben den Gedichten werden in sechs Essays verschiedene Facetten erotischer Literatur diskutiert. Dazu gehört ein Beitrag über Erotik und Islam von Suleman Taufiq unter dem Titel "Die Düfte, die Frauen und das Gebet". In einem umfangreichen Kritikteil werden deutsch- sprachige Lyrik-Neuerscheinungen von Frühjahr 2003 bis 2004 aufgelistet und eine Auswahl besprochen.

DPA / DPA
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