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PORTRÄT: Ein Leben für die Meere

Vor allem den Schutz der Meere hatte sich Elisabeth Mann Borgese zur Lebensaufgabe gemacht. Für die Mitbegründerin des Club of Rome waren die Meere »ein ?großes Laboratorium', in dem wir eine neue Weltordnung schaffen können«.

Vor allem den Schutz der Meere hatte sich Elisabeth Mann Borgese zur Lebensaufgabe gemacht. Für die jüngste Tochter des Schriftstellers Thomas Mann und Mitbegründerin des Club of Rome waren die Meere »ein ?großes Laboratorium', in dem wir eine neue Weltordnung schaffen können«. Mann Borgese starb am Freitag im Alter von 83 Jahren in St. Moritz in der Schweiz an einer Lungenentzündung. Sie war das letzte noch lebende Kind des Literatur- Nobelpreisträgers.

Ihren Vater habe sie »immer sehr geliebt und bewundert«. Von ihm habe sie auch ihre Liebe zum Meer geerbt, sagte die ausgebildete Konzertpianistin einmal. Vor allem Elisabeth und ihr jüngerer Bruder Michael erlebten zusammen mit dem Vater unbeschwerte Sommertage an der Ostsee. Auch das Verhältnis zu ihren anderen Geschwistern Klaus, Erika, Golo und Monika sei durchweg sehr gut gewesen.

Familienangelegenheiten habe sie immer ihren älteren Geschwistern überlassen, hatte Mann Borgese gesagt. »Das hat sich einfach so ergeben. Und das war mir recht so.« Die Zeit im amerikanischen Exil empfand die seit 1939 mit einem Wissenschaftler sizilianischer Herkunft verheiratete Mann Borgese als »sehr hässlich«.

Auch im hohen Alter gönnte sich die international renommierte Ozeanforscherin und Buchautorin keine Ruhe und arbeitete am International Ocean Institute der Dalhousie University im kanadischen Halifax. Die Mutter von zwei Töchter war seit 1983 kanadische Staatsbürgerin.

1972 hatte Mann Borgese das Internationale Ozean-Institut auf Malta gegründet, das inzwischen weltweit an 20 Orten vertreten ist, darunter auch in Halifax. Die Professorin für Internationales Seerecht war maßgeblich beteiligt an der UN-Seerechtskonvention von 1982.

dpa