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Robbie Williams' Biografie: Nahaufnahme des Superstars

Ein Wunsch vieler Frauen: einmal dem "sexiest man alive" - Robbie Williams - ganz nah sein. Jetzt können sie ihn sogar mit ins Bett nehmen und alles erfahren, was sie schon immer über den Superstar wissen wollten.

Robbie Williams, derzeit wohl Europas erfolgreichster Popstar, kann sich nur schwer an den Ruhm gewöhnen: "Am Anfang tut man alles, um ein Star zu werden, und den Rest seiner Karriere verbringt man damit, als Star zu überleben." Der 30-jährige britische Sänger und Entertainer, der neben seinen musikalischen Erfolgen dem Boulevard immer wieder Schlagzeilen über Skandale, Sex und Drogen bescherte, hat die Schattenseiten des Rampenlichts zur Genüge kennen gelernt. So wie die Millionen Fans und verkauften Platten gehören Zweifel, Ängste und Misstrauen zum Leben des Superstars. In seiner ersten autorisierten Biografie "Feel", die nach Großbritannien am Montag ebenso wie sein "Greatest Hits"-Album in Deutschland erschienen ist, kann er nun genau das preisgeben, was er will.

600 Seiten "Gefühl"

Fast zwei Jahre lang habe der Musikjournalist und Autor Chris Heath gemeinsam mit dem charismatischen Popmusiker an dem Buch gearbeitet und ihn durch den Alltag begleitet, berichtet der Rowohlt Verlag in Reinbek bei Hamburg. "Feel" startet hier zu Lande mit einer Auflage von 100.000 Exemplaren; mehr als 600 Seiten umfasst die "Nahaufnahme, die den Menschen hinter dem Star in all seinen Facetten" zeigen soll. Und der Sänger, der nach seinem Ausstieg bei Take That 1995 eine sensationelle Solo-Karriere startete, beweist wieder einmal, wie perfekt er die Vermarktung beherrscht: Sein neuer Song "Radio" hat gerade die Charts erobert, und sein Buch sorgte bereits vorab mit Sex-Geschichtchen für das gewünschte Aufsehen.

Williams enttäuscht seine Fans nicht, verrät ihnen Anekdoten aus seinem Privatleben. Der Frauenschwarm und "sexiest man alive" ("Cosmopolitan") erzählt vom Sex mit Groupies, Sex mit Stars, Sex beim Videodreh und Sex mit Prostituierten, berichtet von seiner Drogen- und Alkoholsucht und lästert auch ein bisschen über Kollegen, wie etwa den einstigen Take-That-Kollegen Gary Barlow oder Noel Gallagher von Oasis. Robbie füttert seinen Autor mit Geschichten, allerdings: "Es ist nicht einfach, die Dinge, die Rob sagt, in schriftlicher Form wiederzugeben, weil er genau wie auf der Bühne sehr oft zwischen Sarkasmus und Ernsthaftigkeit hin und her wechselt", schreibt Heath. Williams selbst gibt seinen Lesern mit auf den Weg: "Die Wahrheit steht hier drin...irgendwo."

"Ich werde immer missverstanden, und das ist großartig"

Und nicht zuletzt sagt der Künstler selbst über sich: "Ich bin schon Robbie Williams, aber hundertfach vergrößert. Ich denke mir viele Sachen aus, weil ich gern übertreibe." Er mache das, um sich zu schützen und sich nicht mehr langweilig zu finden. "Ich werde immer missverstanden, und das ist großartig." Doch der inzwischen in Los Angeles lebende Musiker schildert auch die erbarmungslose Belagerung durch Paparazzi, für die er sich mitunter aber auch selbst inszenierte. "Ich wollte, dass die Presse nicht mehr weiß, wem oder was sie trauen soll, wenn ich den Markt mit dem ganzen Zeug überschwemme." Er spricht über seine Paranoia, dass jemand, der ihm nahe steht, Geschichten an die englische Presse verscherbelt: "Das setzt sich im Schädel fest, und dann misstraust du absolut jedem."

Ruhm und Geld allein machen nicht glücklich

Auch sonst vermittelt der Sänger, dessen Konzerte binnen weniger Stunden ausverkauft sind und der im englischen Knebworth 2003 den Rekord von jeweils 125.000 Zuhörern an drei Tagen hintereinander schaffte, dass Ruhm und Geld allein nicht glücklich machen. "Ich glaube, was ich in Wirklichkeit in allen meinen Stücken über Liebe sage, ist: Kann bitte jemand kommen und mich heilen?", erzählt Williams, der an Depressionen leidet und diese mit Medikamenten behandelt. Und er betont, wie "ungeheuer wichtig" es ist, sich von der Existenz, die er in den Medien führt, zu distanzieren. "Die meisten Leute denken ja sowieso, dass ich alles nur für die Öffentlichkeit tue: Wenn ich angeblich mit Nicole Kidman zusammen bin, ist das PR. Wenn ich mich mit Rachel Hunter treffe, ist das PR. Wenn ich morgens aufstehe und pissen gehe, ist das auch nur PR."

Dorit Koch/DPA / DPA