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Stanley "Tookie" Williams: Todesurteil bestätigt - trotz Zweifel an Zeugen

Das Verfahren gegen den zum Tode verurteilten Autor Stanley "Tookie" Williams wird nicht wieder aufgenommen. Das entschied der Oberste Gerichtshof Kaliforniens. Retten kann ihn nur noch Gouverneur Schwarzenegger.

Der in den USA zum Tode verurteilte Stanley "Tookie" Williams hat vor Gericht eine neue Niederlage erlitten. Der Oberste Gerichtshof Kaliforniens lehnte es ab, den Prozess gegen das frühere Gang-Mitglied noch einmal aufzurollen. Williams wird damit wohl am 13. Dezember hingerichtet, wenn ihn Gouverneur Arnold Schwarzenegger nicht begnadigt.

Williams wurde 1981 wegen Mordes verurteilt und schrieb während seiner Haft mehrere Kinderbücher. Für seinen Einsatz gegen Gewalt wurde der 51-Jährige mehrfach für den Nobelpreis nominiert. Williams' Anwälte hatten die ballistischen Beweise während des Verfahrens kritisiert und die Glaubwürdigkeit eines entscheidenden Zeugen in Zweifel gezogen. Der Oberste Gerichtshof folgte jedoch der Einschätzung der Staatsanwaltschaft, dass es keinen rechtlichen Grund gebe, das Verfahren wieder aufzunehmen.

Richter gaben keine Begründung

Die Entscheidung fiel mit vier zu zwei Stimmen, eine Begründung gaben die Richter nicht. Williams wurde schuldig gesprochen, einen Supermarktangestellten sowie zwei Motelbesitzer und deren Tochter erschossen zu haben.

Gemeinsam mit einem Freund hatte er 1971 die Straßengang "Crips" gegründet. Er wurde in den vergangenen Jahren fünf Mal für den Friedensnobelpreis und vier Mal für den Literaturnobelpreis nominiert. Zu seinen Unterstützern zählen der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu, Rapper Snoop Dogg - einst selbst Mitglied der "Crips" -, Musiker wie Harry Belafonte und Bonnie Raitt sowie Schauspieler wie Russell Crowe

AP / AP