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Unicef-Buch: Karikaturen gegen Kindernot

Kinder leiden besonders unter Hungersnöten und Kriegen. Ihre Not zu lindern hat sich vor sechzig Jahren die Unicef zur Aufgabe gemacht. Nun bekommt das Kinderhilfswerk Unterstützung von Karikaturisten aus aller Welt.

"Weißt du, welchen Unterschied Schule und Ausbildung machen können?", fragt der Mann mit hellblauem Unicef-T-Shirt den dunkelhäutigen Jungen, der nur eine kurze Hose trägt. "Ich kenne den Unterschied zwischen einer AK-47 und einer Beretta", antwortet der Junge. "Hilft das?"

Diese Szene ist eine Karikatur von Rod Emmerson, die der neuseeländische Zeichner für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) geschaffen hat. Zum 60. Geburtstag der Unicef wurde die Aktion "draw attention" (englisch für "Aufmerksamkeit auf sich ziehen") ins Leben gerufen. 33 Karikaturisten aus 23 Ländern beteiligten sich und machten durch Zeichnungen auf die Arbeit der Unicef für die benachteiligten Kinder dieser Welt aufmerksam. Nun sind die gesammelten Karikaturen im Buch "Schaut auf diese Welt!" erschienen.

Unter den Karikaturisten befinden sich mit Barbara Henniger, Til Mette und Gerhard Haderer die aktuellen Preisträger des deutschen Karikaturpreises sowie zahlreiche Meister der spitzen Feder aus allen Teilen der Welt. So nimmt der Marokkaner Derkaoui Adbellah den Kinderhandel aufs Korn, Farhad Foroutanian aus dem Iran widmet sich der Trauer von Eltern verstorbener Kinder in der Dritten Welt und die Argentinierin Ana von Rebeur kritisiert in Bonbonfarben Eltern, die sich durch ihr lesendes Kind beim Fernsehen gestört fühlen.

Zwischen den Karikaturen finden sich auch Texte von sechs prominenten Untertsützern des Kinderhilfswerks. "Wenn man Kinder lachen sieht, die zum ersten Mal erleben, dass frisches Wasser aus einem Hahn fließt, wenn man Kinder sieht, denen durch Landminen Gliedmaßen fehlen… Kinder, deren Leben wegen Unterernährung viel zu früh zu Ende geht, die durch Aids Waisen geworden sind - das sind Momente, die tief berühren und die unsere Motivation verzehnfachen, uns noch mehr für die Ziele von Unicef einzusetzen", schreibt Schauspieler Roger Moore. Eine Motivation, die sich auch durch Karikaturen ausdrücken läßt.

Thomas Krause
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