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Serie zum Streamen "A League of Their Own": Baseball-Legende, 95, outet sich nach Dreharbeiten als lesbisch

Szene aus "A League of Their Own"
 "A League of Their Own" ist neu bei Prime Video
© Amazon Prime Video
Maybelle Blair hat in der neuen Prime-Video-Serie "A League of Their Own" einen Gastauftritt. Bei einer Pressekonferenz outete sie sich als lesbisch – mit 95 Jahren.

Amerika, 1943: Viele Männer kämpften gerade im 2. Weltkrieg, so auch Profis aus der Baseball-Liga. Damit das Publikum weiterhin Spiele sehen konnte, rückten erstmals Frauenmannschaften in den Fokus. So etwa die Rockford Peaches. Während der Matches sollten sie lächeln, kurze rosa Röckchen tragen und rote Kniestrümpfe. Nur so durften sie in der AAGPBL, der All-American Women's Professional Baseball League, antreten. In acht Folgen zeigt Prime Video mit der Serie "A League of Their Own" nun die Geschichte der Mannschaft. 

Wer in der ersten Folge beim Probetraining genau hinsieht, entdeckt auch zwei Zeitzeuginnen. Eine trägt einen roten Pullover, die andere eine karierte Jacke. Letztere ist Shirley Burkovich, die drei Spielzeiten lang in der AAGPBL spielte, und im März im Alter von 89 Jahren starb. Neben ihr im roten Pullover ist die 95-jährige Maybelle Blair. Sie wurde vor Beginn der Dreharbeiten angefragt und konnte so ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit einfließen lassen, in der Serie gibt es auch eine Figur namens Maybelle.

Blair hat sich im Juni bei einer Pressekonferenz als lesbisch geoutet. Sie war auf dem Tribeca Film Festival in New York und warb für die Serie. Sie hatte ihr Geheimnis jahrzehntelang für sich behalten. Fragen, ob sie jemals verheiratet gewesen sei, hatte sie immer damit abgetan, dass kein Mann sie haben wolle. In Wahrheit fürchtete sie, ihren Job zu verlieren, und von anderen Menschen gemieden zu werden. 

"A League of Their Own": Spätes Coming-out

Nach ihrem Coming-out fühlte sie sich erleichtert, wie sie der Zeitung verriet. Sie sei aber kurzzeitig verunsichert gewesen, als sie an die Reaktion ihrer Familie dachte. Doch auch die reagierte durchweg positiv: "Meine ganze Familie unterstützte mich. Gott sei Dank. Denn ich war besorgt. In meinem Alter wusste ich nicht, was sie denken würden oder ob sie mich verleugnen würden, aber es musste herauskommen. Denn ich musste, wenn ich konnte, all diesen jungen Mädchen helfen, damit sie nicht das durchmachen müssen, was ich durchmachen musste."

Auch die Serie behandelt ganz selbstverständlich die queere Liebe. Einige Spielerinnen verlieben sich ineinander, doch offen umgehen und zeigen dürfen sie es nicht. So ist "A League of Their Own" ein interessantes Porträt der amerikanischen Gesellschaft der 1940er Jahre geworden, das durch seinen modernen Ansatz durchaus sehenswert ist.

Zusätzliche Quellen: "Los Angeles Times", "NY Times"


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