"Die Fälscher" Österreich feiert seinen Oscar

Erstmals hat Österreich einen Academy Award für den besten fremdsprachigen Film gewonnen. Stefan Ruzowitzkys Geschichte des Salomon Sorowitsch, der für die Nazis im KZ Geld fälschen musste, hat unter anderem Andrej Wajda aus dem Rennen geschlagen.

Österreich hat seinen ersten Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewonnen. Das KZ-Drama "Die Fälscher" von Regisseur Stefan Ruzowitzky hat die Academy of Motion Pictures Arts and Sciences überzeugt. Die deutsch-österreichische Produktion setzte sich unter anderem gegen den israelischen "Beaufort" und "Katyn" vom polnischen Altmeister Andrej Wajda durch.

Ruzowitzky erinnerte in seiner Dankesrede an große Filmemacher wie Billy Wilder, Fred Zinnemann und Otto Preminger, die von den Nationalsozialisten aus Österreich vertrieben wurden. Dass nun ein Film über NS-Verbrechen den Oscar bekommen habe, ergebe Sinn, so der 46-Jährige Wiener. Sein KZ-Drama "Die Fälscher" wurden je zur Hälfte mit Mitteln aus Österreich und Deutschland produziert und in Babelsberg gedreht. Damit kann sich auch Deutschland wieder ein Stück vom Oscar-Kuchen abschneiden. Hinter der Bühne strahlte Ruzowitzky: "Das ist echt ein absoluter Kindheitstraum, der wahr geworden ist, besser geht es nicht."

Euröpäische Filmproduktionen fördern

Der österreichische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer lobte "Die Fälscher" als meisterhaftes Dokument über die Untiefen der europäischen Geschichte. Die Auszeichnung für Ruzowitzky sei ein Auftrag an die Politik. "Wir müssen durch eine verbesserte nationale und europäische Förderung die europäische Filmproduktion weitaus besser unterstützen, als dies bisher der Fall ist."

Markovics spielt den Fälscher Salomon Sorowitsch, der als Jude ins KZ verschleppt wird, wo die Nazis ihn zwingen, Geld zu fälschen. Seine Darstellung des Sal hat Markovics zwei Filmfestivalpreise eingebracht. Auch August Diehl und Marie Bäumer spielen mit.

Ruzowitzky hatte vor einem Monat in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters angekündigt, dass er sich in seinem nächsten Projekt sicher nicht mit der NS-Zeit befassen werde. "Da ist es viel lustiger, in eine ganz andere Richtung zu gehen", sagte er, ohne Einzelheiten zu nennen.

Im vergangenen Jahr hatte das deutsche Stasi-Drama "Das Leben der Anderen" den Auslands-Oscar gewonnen.

Reuters/DPA

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