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"Die Frauen von Stepford": Die blütenweiße Welt als Strafkolonie

Nicole Kidman zeigt in dem Remake des Horrorfilms "Die Frauen von Stepford", wie sich eine Karrierefrau künstlich in eine Barbie-Hausfrau verwandelt. Von dem feministischen Klassiker bleibt leider nicht mehr übrig als ein feiger Blondinenwitz.

In Joannas Reality-TV-Shows werden Männer regelmäßig von ihren Frauen abserviert. Als jedoch einer der Geschassten Amok läuft, wird die skrupellose Filmproduzentin gefeuert. Nach einem Nervenzusammenbruch zieht sie sich mit ihrer Familie in den ländlichen Vorort Stepford zurück. Doch die blütenweiße heile Welt entpuppt sich als Strafkolonie: In der Komödie "Die Frauen von Stepford", die am 15. Juli anläuft, wird Joanna, die Karikatur einer "kastrierenden" Karrierefrau, mit der Karikatur höriger Hausweibchen konfrontiert.

Die verunsicherte Joanna sieht sich umzingelt von wasserstoffblonden Barbies mit Idealmaßen und Lächelkrampf, die auch beim Aerobic nicht die Stöckel ablegen, die ihren Männern die Golfschläger hinterher tragen und die im Bett ein Geschrei veranstalten, gegen das Meg Ryans gespielter Orgasmus in "Harry & Sally" ein kleinlautes Winseln ist.

Kann sie ihre Ehe retten?

Angesichts so viel Geschlechterharmonie überlegt Joanna ernsthaft, ihr schwarzes Kostüm gegen eine geblümte Kittelschürze zu tauschen, Plätzchen zu backen und über häusliche Dekoration zu plaudern statt über Politik. Doch reicht das, um ihre Ehe mit dem frustrierten Walter, der immer öfter in den geheimnisvollen Stepforder Männerclub flüchtet, zu retten?

Nicht nur Kenner des Originals aus dem emanzipationsbewegten Jahr 1975 werden enttäuscht sein von diesem Remake, das einen grimmigen Horror-Klassiker in eine parodistisch-postmoderne Farce mit Science-Fiction-Anklängen verwandelt. Nichtkennern soll hier zwar nicht verraten werden, welche Schrauben locker sind bei den Stepforder Barbiepuppen, und wer daran gedreht hat.

Bette Midler als spitzzüngig-feministische Schriftstellerin

Die Handlung selbst jedoch gibt frühzeitig Hinweise: Auffällig viele Fernbedienungen liegen herum, und wenn einer der Stepford-Hausfrauen schwindlig ist, sprüht sie Funken. Die unverwüstliche Bette Midler spielt eine verschlampte, spitzzüngig-feministische Schriftstellerin, deren Verwandlung in einen Mutter-Beimer-Klon besonders komisch ausfällt.

Eine zeitgenössische Ergänzung dieser Zombies ist ein lockerer Homosexueller, der über Nacht zum spießigen Politiker mutiert. Und Glenn Close mit festgespraytem Haar hat von allen das schönste falsche Grinsen und entpuppt sich wie stets als neurotisches Biest. Doch auch die Topbesetzung mit Nicole Kidman an der Spitze und einem schleimigen Christopher Walken kann nicht über die Nichtigkeit dieses auf Hochglanz polierten Remakes hinwegtäuschen.

Handlung mit ostentativem Kitsch versehen

Zwar gibt es eine Menge zu lachen: Scherzkeks Frank Oz ("In & Out", "Der kleine Horrorladen") hat die Handlung mit ostentativem Kitsch versehen und gespickt mit sarkastischen Zeitgeist-Anspielungen und treffenden Pointen über moderne Plagen. Doch die Adressaten dieser Späße bleiben diffus.

Man sieht förmlich die Köpfe rauchen bei den Drehbuch-Konferenzen: Mehrmals wurde die Komödie umgeschnitten, und Szenen wurden nachgedreht. Das Ergebnis sind widersprüchliche, altbackene Männer-Frauen-Botschaften; und an mehreren Stellen wird die Intelligenz des Zuschauers grob beleidigt.

Konformitätszwang wird aufs Korn genommen

Und weil das feministische Originalthema heutzutage niemand mehr vom Stuhl gerissen hätte, wird zusätzlich der Konformitätszwang im Alltag aufs Korn genommen: Die Frauen stehen auch symbolisch für gleichgeschaltete Konsumzombies, ferngesteuert von perfiden Verschwörern im Bunde mit Mattel, Disney, AOL und Microsoft. Indes laden nicht x-beliebige Hausfrauen wie im Original in den Supermärkten die Einkaufswägen voll - sondern nur umgedrehte ehemalige Karrierefrauen.

Und wo einst männliche Angst- und Allmachtsfantasien der Kern des Übels waren, so steckt im Remake noch etwas anderes dahinter. Besonders der Showdown verdreht die frauenbewegte "Message" in ihr Gegenteil - und zwar auf eine ungeheuer dämliche Art. Vom Original bleibt letztlich nur ein feiger Blondinenwitz übrig. Tröstlich ist immerhin, dass auch Nicole Kidman nicht damit einverstanden war.

Birgit Roschy, AP / AP / DPA
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.