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"Dr. Hope - Eine Frau gibt nicht auf": Heike Makatsch als erste Ärztin Deutschlands im ZDF

Selbst große Leistungen schützen nicht davor, von der Geschichte vergessen zu werden. Zu diesen Fällen zählt auch die Ärztin und Reformerin Hope Bridges Adams (1855-1916), die als erste Frau in Deutschland im Arztberuf praktizierte.

Selbst große Leistungen schützen nicht davor, von der Geschichte vergessen zu werden. Zu diesen Fällen zählt auch die Ärztin und Reformerin Hope Bridges Adams (1855-1916), die als erste Frau in Deutschland im Arztberuf praktizierte. Das ZDF widmet sich dieser Pionierin der Frauenbewegung in einem Zweiteiler, der am 22. und 24. März jeweils um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird. Der Kulturkanal Arte zeigt beide Teile von "Dr. Hope - Eine Frau gibt nicht auf" bereits am Freitag ab 20.15 Uhr.

Gespielt wird die Medizinerin von Heike Makatsch, die bereits als Stofftier-Erfinderin Margarete Steiff sowie als Leinwandlegende Hildegard Knef Erfahrung mit historischen Stoffen sammelte. "Es ist nicht so, dass ich jetzt nur noch Rollen spiele, in denen ich ein Korsett trage", sagte die 38-Jährige der Nachrichtenagentur DAPD. Dass sie zuletzt mehrfach historische Frauenfiguren gespielt habe, sei insofern Zufall, als es einfach die Rollen gewesen seien, die ihr am besten gefallen hätten.

"Mich interessiert es, Geschichten zu erzählen, die das Leben geschrieben hat", sagte die Wahlberlinerin und fügte hinzu: "Natürlich ist das Leben von Hope Bridges Adams im Film fiktionalisiert; aber man staunt doch, was eine einzelne Person in einem Leben alles erlebt und wie viel sie geleistet hat." Und das ist tatsächlich beachtlich. Sowohl in ihrem Privatleben, als auch in ihrem beruflichen Wirken schlug Bridges Adams einen für die damalige Zeit unkonventionellen, wenn nicht gar revolutionären Weg ein.

Die Tochter eines Engländers und einer Deutschen kam als junge Frau nach Deutschland, wo sie als Gasthörerin Medizinvorlesungen besuchte. "Frauen pflegen, Männer heilen": So lautete die Einstellung in jener Zeit, gegen die sie ein Leben lang ankämpfen musste. Im Jahr 1880 durfte Bridges Adams nach zähem Ringen als erste Frau in Deutschland ein medizinisches Staatsexamen ablegen. Die Approbation wurde ihr allerdings verweigert, so dass sie diese stattdessen in England erlangen musste.

Zurück in Deutschland, praktizierte sie in der Praxis ihres ersten Mannes als Ärztin, wobei sie sich vor allem für die ärmere Bevölkerung und die Bekämpfung der Nöte von Frauen einsetzte. 1896 gab sie einen Gesundheitsratgeber zur Aufklärung heraus, in dem sie Informationen zu Hygiene, Sexualität und Kinderpflege mit gesellschaftspolitischen Themen wie Armut und Ernährung, Bildungswesen und öffentlicher Gesundheitsfürsorge verband. Auch ihr Privatleben führte sie konsequent und ohne Rücksicht auf die Konventionen. Bridges Adams arbeitete trotz zweier Kinder weiter, ließ sich scheiden und heiratete einen zehn Jahre jüngeren Mann.

Der Film strafft das Geschehen kräftig. So wird aus "dramaturgischen Gründen" (so Regisseur Martin Enlen) Hopes zweites Kind unterschlagen. Auch an anderen Stellen nimmt der Film es mit den historischen Fakten, etwa den Jahreszahlen, nicht so genau. So müsste Hopes großer Widersacher Professor Ludwig von Arnstetten (August Zirner) am Ende des Films, der immerhin 40 Jahre umspannt, uralt sein. Ihm ist jedoch - im Gegensatz zu Heike Makatsch als Hope - nicht einmal ein Alterungsprozess anzusehen.

Nadine Pilz, APN / APN