Ärger an der Zapfsäule
Spritpreisexplosion: Wie schlimm wird es noch?

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Die Lage im Nahen Osten wirkt sich unmittelbar auf die Spritpreise deutscher Tankstellen aus
© mladenbalinovac
Die Lage im Nahen Osten verschärft die Situation an den Tankstellen. Die Spritpreise kennen seit dem Wochenende nur eine Richtung. Was Autofahrer jetzt wissen sollten.

Die Straße von Hormus ist derzeit für Schiffe unpassierbar. Dadurch werden gigantische Öltanker von ihrer Reise in die Welt abgehalten. Auch wenn die Meerenge einige Tausend Kilometer von Deutschland entfernt ist, spüren Autofahrer die Folgen der Krise schon jetzt. Seit dem Wochenende klettern die Spritpreise täglich – und sind inzwischen so teuer wie seit zwei Jahren nicht mehr. An einigen Tankstellen liegt der Preis für den Liter Super E5 schon bei über zwei Euro. Wer Diesel noch für unter 1,80 Euro findet, hat Glück. 

Spritpreise an Tankstellen dürften weiter klettern

Mit einer Erholung der Situation ist erst einmal nicht zu rechnen, zu unsicher ist die Entwicklung der Lage an der iranischen Küste. Ein Sprecher des ADAC erklärt dem stern: „Die Kraftstoffpreise werden nach unserer Ansicht weiter nach oben gehen und heute im Vergleich zum Vortag nochmal um einige Cent steigen. So lässt es zumindest eine Momentaufnahme der Spritpreise von heute Morgen im Vergleich zu gestern befürchten – es kann natürlich im Tagesverlauf wieder etwas abflachen, aber ein höherer Tagesdurchschnittspreis kommt auf jeden Fall.“

Sparen kann nur, wer sich auf die Jagd nach der günstigsten Zapfsäule macht. Auf Portalen wie „Clever Tanken“ oder „Ich-Tanke.de“ finden Sie schnell und einfach die besten Preise in der Umgebung. Aufgrund der dynamischen Situation kann die Differenz zwischen den Anbietern bei mehr als zehn Cent liegen. Dann lohnt sich bei einem leeren Tank auch ein eventueller Umweg.

Benzin und Diesel also lieber einlagern?

Mancher mag sich die Frage stellen, ob es an der Zeit ist, Benzin und Diesel zu horten. Wie sich die Preise entwickeln, ist laut ADAC nicht absehbar, da das von zu vielen Faktoren abhängt. Je länger die Straße von Hormus für die Schifffahrt unpassierbar ist und je länger der Krieg tobt, desto komplizierter wird die Rohstoffversorgung.

Spekuliert man auf eine langfristig anhaltende Preissteigerung, darf man bestimmte Mengen Benzin und Diesel zu heutigen Preisen abnehmen und einlagern. Wie viel, ist allerdings eine Frage des Wohnorts. Der ADAC dazu: „Bei der Lagerung von Kraftstoffen zu Hause gibt es Höchstgrenzen. Wird der Kraftstoff in der Garage gelagert, muss man je nach Bundesland unterschiedliche Vorschriften beachten. In vielen Bundesländern, beispielsweise in Bayern und Baden-Württemberg, ist es erlaubt, 200 Liter Diesel, aber nur 20 Liter Benzin in der Garage in dicht verschlossenen, bruchsicheren Behältern zu lagern. Aus Sicherheitsgründen sollte man diese Vorschriften auch unbedingt befolgen.“

Was Versicherer von der Idee halten, geht aus einem Artikel der „Ergo“ hervor. Dort heißt es im Fazit: „Insgesamt ist es keine gute Idee, überhaupt größere Mengen Treibstoff privat zu lagern. Häufig sind weder der Keller noch die Garage baulich geeignet und es kann zu umweltschädlichen Verunreinigungen und Geruchsbelästigungen kommen. Außerdem kann das Einlagern sogar lebensgefährlich sein. So können giftige Gase austreten und die Gesundheit schädigen. Außerdem sind diese Gase schnell entzündlich, sodass auch stets Brandgefahr besteht.“

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