HOME

"Ein Trauzeuge zum Verlieben": X-te Variation einer Hochzeitskomödie

Was wie eine Kitschklamotte aus Hollywood klingt, stammt tatsächlich aus britischer Produktion. "Ein Trauzeuge zum Verlieben" ist eine harmlose Komödie um die ewige Frage: "Wer ist der Richtige?"

Von Kathrin Buchner

Hochzeitskomödien gibt es ungefähr in der Vielfältigkeit wie Actionfilme von Arnie Schwarzenegger. Ob "Die Braut, die sich nicht traut", "Wedding Planner" oder "Eine Hochzeit zum Verlieben" - meist ist der Auserwählte der Falsche. Andere Plotvarianten gehen gen null, und selten sind sie so scharfsinnig umgesetzt wie in dem Film "Vier Hochzeiten und ein Todesfall". Letzterer ist eben britisch und keine honigsüße Kitschklamotte aus Hollywood. Das lässt trotz des eher abschreckenden Titels noch hoffen, schließlich stammt auch "Ein Trauzeuge zum Verlieben" von der Insel. Und dort hat man ein Händchen dafür, banale Stoffe mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus aufzupeppen und so die Bauchmuskeln der Kinobesucher ordentlich in Bewegung zu bringen.

Im Mittelpunkt von "Ein Trauzeuge zum Verlieben" steht Pechvogel Olly (Stuart Townsend), mittelloser Schriftsteller, dem zwar ein toller Romanentwurf gelang, aber die Inspirationen waren dahin, sobald der Vorschuss gezahlt wurde. Jetzt leidet er also an einer Schreibblockade. Er ist also pleite, muss als Assistent bei der zickigen Ratgeberautorin Dana (Anna Chancellor) schuften und findet Unterschlupf bei seinem besten Freund Murray (Seth Green). Dieser wiederum pflegt die aus Studienzeiten resultierende Feindschaft zu James (Steve John Shepard). James allerdings will heiraten und bittet Olly, sein Trauzeuge zu sein.

Diabolisches Intrigenspiel des besten Freundes

Damit fangen die Verwicklungen an: Bei einer Verlobungsparty verliebt sich Olly prompt in die Braut Sarah (Amy Smart). Aber weil Olly so ein Gutmensch ist, unterdrückt er seine Gefühle. Murray dagegen wittert seine Chance, sich an James zu rächen und plant hinterlistige Intrigen um die Beziehung des Brautpaares zu zerstören.

US-Komödiant rettet Briten-Produktion

Damit beginnt auch der amüsanteste Handlungsstrang dieser ansonsten sehr harmlosen Romantik-Komödie. Wie sich US-Comedy-Star Seth Green als durchgeknallter Beziehungszerstörer Murray durch die Story klamaukt, Reizwäsche im zukünftigen Ehebett drapiert, den Verlobten mit Anrufen aus Sexshops bei Geschäftsmeetings und seiner Zukünftigen bloßstellt, sorgt für etliche Lacher. Stuart Townsend dagegen, obwohl sehr gutaussehend mit seinem treuen Dackelblick, wirkt ein wenig statisch. Wie er als Pechvogel Olly von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpert, mit Taubendreck auf dem Anzug auf der Verlobungsparty erscheint oder im Neopren-Anzug in die Kirche stapft ist nicht gerade die hohe Kunst des Slapsticks.

Keine Hollywood-Herz-Schmerz-Schmonzette

Zumindest bleibt die Geschichte schwungvoll, driftet nicht in kitschige Herz-Schmerz-Tiraden ab, und die künstliche Verzögerung des Happy-Ends mit Großaufnahmen von schmachtenden Rehaugen in hollywoodscher Manier bleibt uns auch erspart. Viel Variation in Sachen Hochzeitskomödie ist Regisseur Stefan Schwartz ("Lang lebe Ned Devine") allerdings nicht eingefallen, an das erklärte Vorbild "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" kommt er bei weitem nicht heran.

Mehr zum Thema #link;http://www.cinema.de/stars/star/seth-green,1571038,ApplicationStar.html;Seth Green # finden Sie auch bei unserem Partner cinema.de

Themen in diesem Artikel