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"Feuer in der Nacht": ZDF sendet Fernsehfilm live aus Berlin

Ungewöhnlich experimentell gibt sich das ZDF um 20.15 Uhr: Das Ensemble um Martina Gedeck und August Diehl spielt den Film "Feuer in der Nacht" live vor laufenden Kameras.

Das ZDF kehrt zu den Anfängen des Fernsehens zurück: An diesem Montag strahlt der Sender um 20.15 Uhr aus Berlin einen kompletten Fernsehfilm live aus. Mit dem Thriller "Feuer in der Nacht" mit Martina Gedeck und August Diehl knüpfe der Sender an alte Traditionen der deutschen Fernsehens an, das bis zur Einführung der Magnetaufzeichnungen (MAZ) im Jahr 1958 alle Fernsehspiele zeitgleich mit der Produktion in den Äther gestrahlt hatte.

Mit dem "Live Movie" entstehe vor den Augen des Publikums ein 90 Minuten langer Fernsehfilm mit allen technischen Mitteln, die heute zur Verfügung stehen, sagte Hans Jahnke, der beim ZDF die Hauptabteilung Fernsehspiel leitet.

Ein Abend statt 20 Drehtagen

Während für einen TV-Film üblicherweise rund 20 Drehtage zur Verfügung stehen, werde an einem Abend der komplette Film produziert und live ausgestrahlt. Dies sei für den Regisseur Kai Wessel und die Darsteller eine komplett neue Erfahrung, sagte Norbert Sauer, Geschäftsführer der federführenden UFA-Fernsehproduktion. Wie im Theater, hatten die Darsteller vier Wochen lang das Stück für die Premiere geprobt.

Das psychologisch dichte Drama erzählt die Geschichte einer Frau, die gemeinsam mit ihrer Tochter ihren Mann verlassen will und diesen damit in eine Krise stürzt. Die Handlung spielt zeitgleich an zwei Drehorten. Für die Produktion werden elf Kameras, zwei Übertragungswagen sowie aufwendige Ton- und Beleuchtungstechnik eingesetzt.

Vorteile gegenüber Filmdrehs

Für die Schauspieler ergibt sich daraus eine ganz neue Situation. Darsteller August Diehl etwa berichtete: "Es ist immer ein Risikogefühl da, was für uns alle neu und aufregend ist." Martina Gedeck sah besonders bei den Proben Vorteile gegenüber normalen Filmdrehs: "Man hat den ganzen Tag Zeit für Proben und muss nichts Fertiges abliefern. Das ist für uns Schauspieler sehr luxuriös, weil wir die Darstellung unserer Figuren immer noch ändern können."

DPA / DPA
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