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"Hobbit"-Dreharbeiten: Neuseeland bleibt Mittelerde

Der Regierungschef persönlich griff ein, tausende Einwohner demonstrierten und selbst die Gewerkschaften gaben klein bei - nun hat Neusseeland sein Ziel erreicht und den Zuschlag für die Dreharbeiten der "Hobbit"-Verfilmung bekommen.

In der Auseinandersetzungen um die Produktionsbedingungen der "Hobbit"-Verfilmung in Neuseeland haben sich die Studios Warner Bros. und New Line Cinema durchgesetzt. Wie ursprünglich geplant, werden die beiden Filme mit einem Produktionsvolumen von rund 500 Millionen Dollar (360 Millionen Euro) in Neuseeland gedreht, teilte Ministerpräsident John Key am Mittwoch mit.

Der Einigung waren tagelange Krisengespräche zwischen Vertretern der Filmstudios und der neuseeländischen Regierung vorausgegangen. Den Studios wurden großzügige Steuererleichterungen und eine Änderung der Arbeitsgesetzgebung eingeräumt. Warner und New Line Cinema hatten gedroht, die Filme in einem anderen Land zu drehen, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden.

Den Studios würden nun Steuervergünstigungen von insgesamt 60 Millionen Dollar (43 Millionen Euro) gewährt, sagte Key. Am Donnerstag werde eine Gesetzesvorlage ins Parlament eingebracht, die "den Produzenten das nötige Vertrauen gibt, ihre Filme in Neuseeland zu drehen".

Neuseeländische Regierung kommt Filmstudios entgegen

Das Gesetz soll es den Studios ermöglichen, Schauspieler lediglich als Vertragsarbeiter und nicht wie bisher als Angestellte zu verpflichten. Die Gewerkschaft hatte gefordert, alle an der Produktion Beteiligten als vollwertige Arbeitnehmer zu beschäftigen. Neuseeland wird sich auch an den Werbungskosten für die zwei "Hobbit"-Filme mit rund 7,5 Millionen Dollar (5,4 Millionen Euro) beteiligen. "Es ist gut, dass die Unsicherheit überwunden ist und sich nun alle auf die Produktion der Filme konzentrieren können", sagte Key.

Ökonomen rechnen im Rahmen der Dreharbeiten mit Einnahmen von 1,5 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) für die neuseeländische Wirtschaft. Das wären beinahe zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

APN/AFP