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"Indiana Jones"-Remake: Der größte Fanfilm aller Zeiten

Sieben Jahre brauchten zwei Jungs aus Mississippi, um ihren Lieblingsfilm "Indiana Jones" Szene für Szene nachzustellen. Nun will ein Kult-Produzent die unglaubliche Story der beiden verfilmen.

Von Daniel Bakir

Als 1981 der erste "Indiana Jones" die Kinos rockte, waren Eric Zala und Chris Strompolos einfach nur hin und weg von dem Abenteuerfilm. So weit, so normal für zwei elfjährige Jungs aus Ocean Springs, Missisippi. Doch was die Freunde dann taten, machte sie in der Fanszene unsterblich. Szene für Szene, Dialog für Dialog und Stunt für Stunt drehten sie den Film mit sich selbst in den Hauptrollen nach. Als sie endlich fertig waren, wurden sie gerade volljährig und die 80er Jahre waren vorbei.

Der Film "Raiders of the Lost Ark: The Adaptation" wurde auf verschiedenen Events gezeigt und gilt vielen Kennern als bester Fanfilm aller Zeiten. Denn obwohl den beiden Teenagern nur absolutes Amateur-Equipment zur Verfügung stand, war das Ergebnis beeindruckend. Für die Special Effects setzten sie das Kinderzimmer des Elternhauses (und sich selbst) in Brand, und für eine Kussszene rekrutierten sie ein fünfzehnjähriges Nachbarsmädchen, das Chris den ersten Kuss seines Lebens verpasste.

Nach der Erstaufführung 1989 geriet der Film zunächst in Vergessenheit, bis er 2003 Hollywood-Regisseur Eli Roth in die Hände fiel. Beeindruckt von der Leidenschaft und Detailtreue der Amateure, gab er eine Kopie an Steven Spielberg weiter. Der Schöpfer der Indiana Jones-Reihe lud die Beiden zu einem Treffen ein, und der Film wurde noch einmal offiziell herausgebracht.

Obwohl Eric Zala und Chris Strompolos mittlerweile über 40 sind, holt sie ihr unglaubliches Jugendwerk immer wieder ein. Nun wurde bekannt, dass Produzent Jeremy Coon einen Dokumentarfilm über die Entstehungsgeschichte des gigantischen Jungsprojekts drehen will. Er hat sich die Rechte an dem vor einem Jahr erschienen Buch "Raiders! The Story of he Greatest Fan Film Ever Made" gesichert, in dem Autor Alan Eisenstock die Geschichte der beiden filmverrückten Jungs aufgeschrieben hat.

Jeremy Coon kennt sich aus mit absurden Filmgeschichten: Er selbst wurde berühmt durch die schräge Außenseiterstory "Napoleon Dynamite", die er für 400.000 Dollar abdrehte und die mehr als das Hundertfache einspielte. Für seine Raiders!-Dokumentation wird er wohl mit Steven Spielberg und George Lucas über die Rechte an Indiana Jones sprechen müssen.

Der Hollywood-Newssite "Deadline" erzählte Coon, seine Lieblingsszene im Raiders-Remake sei die, in der Erics Gesicht mit Gipsmörtel bedeckt ist, um nachzustellen, wie das Gesicht des Protagonisten beim Showdown schmilzt. Erics Mutter musste damals mit dem kleinen Filmstar ins Krankenhaus fahren, um die getrocknete Gipsmaske von dessen Gesicht heruntersägen zu lassen.

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