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Netflix-Serie im Stream Zu absurd und undurchsichtig: Warum die Serie "Kleo" erst ab Folge 6 gut wird

Szene aus "Kleo"
Kleo Straub (Jella Haase) auf dem Weg zu einem ihrer "Aufträge" nach West-Berlin
© Netflix / Julia Terjung
"Kleo" polarisiert. Die deutsche Netflix-Serie erzählt die Geschichte einer Stasi-Killerin, ohne dabei in die Tiefe zu gehen. Folge 6 ändert das, doch kommt reichlich spät.

Die Netflix-Serie "Kleo" kommt ganz unterschiedlich beim Publikum an. Und das spiegelt sich auch in den Presse-Rezensionen wider: So titelt etwa der "Weser Kurier": "Jella Haase in Bestform: Warum 'Kleo' das Zeug zur besten deutschen Serie des Jahres hat". Die Autoren von "n-tv" hingegen sind not amused: "Wenn aus deutscher Geschichte Trash-TV wird: weder Witz, noch Charme, noch Inhalt. 'Kleo' ist ein Paradebeispiel dafür, wie man Geschichte nicht erzählt".

Die achtteilige Serie "Kleo" polarisiert. Darum geht es: Stasi-Killerin Kleo Straub (Jella Haase) wird nach einer erfolgreichen Liquidation in West-Berlin verhaftet und kommt drei Jahre ins Gefängnis. Dort verliert die schwangere Kleo das Kind, das sie mit ihrem Vorgesetzten und Geliebten Andi Wolf (Vladimir Burlakov) bekommen wollte.

Als sie nach dem Mauerfall freigelassen wird, begibt sie sich auf einen Rachefeldzug von Mallorca bis Chile, um diejenigen aufzuspüren und zu töten, die ihr das angetan haben. Dicht auf den Fersen ist ihr dabei immer der aus West-Berlin stammende Polizist Sven Petzold (Dimitrij Schaad), der Zeuge der Liquidation war und Kleo davor noch angegraben hat. 

"Kleo": Erst in Folge 6 werden die Charaktere vielschichtiger

Warum genau er sie verfolgt, wird jedoch nicht nachvollziehbar erklärt. Er ist ein Beispiel dafür, dass die Motivationen der einzelnen Figuren nicht immer klar sind. Dass Petzold mit 19 Jahren früh Vater wurde und es deshalb "nur" ins Betrugsdezernat geschafft hat, weil er bei diesem Job genug Zeit für die Familie haben konnte? Nachvollziehbar. Dass er alles hinschmeisst, plötzlich kaum noch zuhause ist und stattdessen seine Familie gefährdet mit seinen Recherchen zu Killerin Kleo, die eine tödliche Falle in das Familienauto einbaut? Nicht wirklich konsistent.

Auch Kleos Beweggründe bleiben lange im Dunklen. Das liegt vor allem daran, dass man als Zuschauender nichts über sie und ihre Vergangenheit weiß. Die erste Rückblende findet in Folge 6 statt, genauer gesagt: Die halbe Folge ist ein einziger Ausflug in die Vergangenheit. Und der hätte der Serie weiter zu Beginn gut getan. Endlich wird das Verhältnis von Kleo zu ihrem Großvater deutlich und warum sie überhaupt eine fanatische Auftragsmörderin geworden ist. Kleo wird auf einmal vielschichtig und die Mehrdimensionalität erzeugt wiederum Spannung. Das macht Folge 6 zur vielleicht besten Folge der Staffel.

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