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"Werner - Gekotzt wird später": Flachköppe spielen König

Die norddeutsche Kultfigur ist zurück. Diesmal will Werner Urlaub machen. Und weil er beim Würfeln gewonnen hat, bestimmt er seinen Freunden Andi und Eckat das Reiseziel: Korsika.

Zum vierten Mal schickt sich das seit 1978 durch Comic-Hefte populäre Nordlicht Werner an, die Kinocharts zu erobern. «Werner - Gekotzt wird später!» will an die Vorgängerfilme anknüpfen, die rund 13 Millionen Zuschauer in deutsche Kinos lockten. Entwickelt wurde die Geschichte wieder von «Werner»-Erfinder Rötger Feldmann und seinem Bruder Andi.

Bierliebhaber Werner und seine Freunde Andi und Eckart gehen diesmal auf eine Urlaubstour. Das wilde Trio macht sich im selbst gebauten Superauto, das allerdings viele Macken hat, auf nach Korsika. Wilde Polizeiverfolgungen und ein promillegetränkter Aufenthalt bei Bier brauenden Mönchen prägen die holprige Reise. Den Anstoß zur Fahrt gibt die verklärte Erinnerung an eine hitzige Fußballschlacht auf einem korsischen Campingplatz. Doch: Nichts ist mehr so, wie es einmal war.

Mit der Erinnerungssequenz an ein Match zwischen FC Chemoklo und TUS Isomatte hat der unter Regie von Michael Schaack liebevoll und detailbegeistert gezeichnete Film seinen furiosen Auftakt. Da kracht nicht nur das runde Leder, da knallen auch die Pointen gegen das Spießertum. Hier erreicht der Film satirisches Format. Andi Feldman sagt dazu: «Satire ist doch ein gutes Mittel, um die Wirklichkeit zu spiegeln. Und wir zeigen nur Wirklichkeit.» «Alles selbst erlebt», ergänzt sein Bruder Rötger.

Auffallend ist, dass der Film, anders als seine Vorgänger, weniger auf Fäkalhumor und grobe Gags setzt. «Man wird ja älter und angeblich weiser», sagt Rötger. Andi fügt hinzu: «Unser Maßstab dabei ist: Wenn wir selbst drüber lachen, dann ist der Witz gut. Und wir haben viel gelacht bei der Arbeit am Film.» Dieser überrascht in der Charakterisierung der Figuren mit einigen sensiblen Momenten: Werner & Co. sind keine Flachfiguren mehr, sondern pralle Typen. Viele der Dialoge zielen nicht nur sicher auf Pointen, sondern enthalten auch Zeichen auf Emotionen der Helden - und das ist neu für einen «Werner»-Film.

Eingefleischte «Werner»-Fans müssen aber keine Angst haben, dass ihre Kultfigur zum Weichei umgemodelt wurde. «Wo Werner drauf steht, ist auch Werner drin», beharrt Rötger Feldman. Die Erwartungen an einen deftigen Zeichentrick-Ulk werden voll erfüllt. Und das heißt: Die Zuschauer müssen den Titel, «Werner - Gekotzt wird später!», absolut nicht für bare Münze nehmen. Das vierte Kinoabenteuer mit «Werner» startet mit der für eine einheimische Produktion recht hohen Zahl von 600 Kopien.

DPA
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