HOME

"Wie ausgewechselt": Körpertausch-Komödie mit Jason Bateman

Zwei beste Freunde tauschen in "Wie ausgewechselt" ihre Körper. Der eine ist ein feiernder Frauenschwarm, der andere ein fürsorglicher Familienvater. Die Body-Switch-Komödie setzt auf derbe Männerwitze, aber auch auf ein kuschelweiches Happy End.

Der Mann ist zu beneiden. Ob beim Thema Frau, Kinder oder Job - stets scheint Familienvater und Anwalt Dave (Jason Bateman) auf einer Welle des Erfolgs zu schwimmen. Doch in der US-Komödie "Wie ausgewechselt" ist auch für ihn der sprichwörtliche Rasen des Nachbarn immer grüner: Er beneidet seinen besten Freund Mitch (Ryan Reynolds aus "Buried" und "Green Lantern") um dessen Partyleben als Single-Lebemann. Eines Nachts gestehen sich beide, dass sie gern mit dem anderen tauschen würden. Der unbedachte Wunsch im volltrunkenen Zustand geht dank überirdischer Kräfte in Erfüllung, und so finden sie sich am nächsten Morgen im Körper des anderen wieder.

Sogenannte Body-Switch-Comedys setzen auf den Reiz von Gegensätzen, die plötzlich ausgetauscht werden und dadurch ein heilloses Durcheinander verursachen. Mutter und Tochter wechselten zum Beispiel in "Freaky Friday" den Körper. Ein frustrierter, verlassener End-Dreißiger wurde in "17 Again" wieder zum umschwärmten Highschool-Teenager. Trotz der skurrilen Situation geht es den Hauptfiguren zumeist darum, das Leben in einigermaßen geordneten Bahnen fortzusetzen - damit bloß niemand vom "Body-Switch", dem Körpertausch, erfährt.

Kinotrailer: "Wie ausgewechselt"

Dick aufgetragene Selbsterkenntnis-Esoterik

Auch in "Wie ausgewechselt" mühen sich die beiden Hauptfiguren um Stabilität im Tohuwabohu: Jura-Laie Mitch muss im Körper von Staranwalt Dave komplexe Firmen-Fusionen vorantreiben - ohne den blassesten Schimmer davon, versteht sich. Spießer Dave wiederum verspricht seinem besten Freund, dessen Filmkarriere als unterbeschäftigter Schauspieler wieder auf Vordermann zu bringen und geht deshalb zu Casting-Terminen. Der eine landet in Freizeitklamotten am Verhandlungstisch mit finster dreinblickenden Anzugträgern, der andere spärlich bekleidet an einem Porno-Filmset.

Regisseur David Dobkin zeigte schon mit "Die Hochzeits-Crasher" Gespür für Situationskomik der derberen Sorte, Co-Drehbuchautor Jon Lucas feierte mit "Hangover" einen Riesen-Erfolg. Hauptdarsteller Bateman ist nach seinem Part in der gefeierten TV-Serie "Arrested Development" auch beim breiten Hollywood-Publikum angekommen: Nach "Umständlich verliebt" oder "Kill the Boss" hat er sich in Hollywood als Comedy-Schauspieler mit schwarzhumorigen Parts etabliert.

Neben Sex-Slapstick samt Vibratoren und Masturbations-Tipps verstärkt sich im Laufe des Films allerdings eine doch etwas zu dick aufgetragene Selbsterkenntnis-Esoterik: Aus der Perspektive des jeweils anderen begreifen der Workaholic und der Partyhopper, dass sie ihre Familie vernachlässigt haben und somit nicht glücklich werden können. Das ist im grobkörnigen Männerwitze-Klamauk ein doch ziemlich konventioneller roter Faden - und das kreative Chaos zu Beginn des Film löst sich am Ende in eine Harmoniesoße ohne Biss auf.

Wolf von Dewitz, DPA / DPA
Themen in diesem Artikel