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"Wie sehr liebst du mich?": Männerfantasie mit Ironie und Kurven

Gegen Herzbeschwerden kann ein Mann in mittleren Jahren Medizin verschreiben lassen - oder sich die Gunst einer atemberaubenden Frau sichern. Nur Letzteres ist zum Kinostoff geeignet - diesmal im französischen Film "Wie sehr liebst du mich?"

Die Attraktion dieser französischen Produktion ist Italiens Erotikexport Monica Bellucci, um die sich alles dreht und die alle Männer auf der Leinwand wie auch die im Parkett verzaubert. Dem bewährten Regisseur und Drehbuchautor Blier wird kein Unrecht angetan, wenn man vermutet, dass nur die schöne Monica mit ihren aufregenden Kurven ihn zu dieser Geschichte um die käufliche Bardame Daniela am Pariser Pigalle angeregt hat. Blier selbst hat auf die Frage, warum er Kino mache, ganz freimütig erklärt: "Um Frauen zu fotografieren!"

Und das tut er in diesem Film mit der attraktiven Italienerin sehr ausgiebig. Meist ist sie wenig, manchmal auch gar nicht bekleidet, das wird besonders männlichen Zuschauern mit Vorliebe für vollbusige Frauen beträchtlich entzücken. Monica Bellucci ist aber mehr als nur ein aufregender weiblicher Körper, sie ist auch eine Schauspielerin, die ihre pikante Rolle in Bliers Männerfantasie nicht ohne Ironie zu spielen weiß. Mit Bernard Campan hat sie einen Partner, der ziemlich weit weg ist vom Idealbild männlicher Schönheit, dessen Äußeres aber, wie der Regisseur meint, «die Quintessenz des Französischen darstellt». Und ein solcher Franzose soll nach Ansicht Bliers «gerissen, tückisch, mutig» sein. Campan, der im Film François heißt, hat Gelegenheit genug, diese drei Eigenschaften im Handlungsverlauf unter Beweis zu stellen.

Charmantes erotisches Märchen

Denn der allein lebende, von Campan verkörperte François bietet der verblüfften Daniela an, gegen fürstliches Entgelt ihm zusammenzuleben. Er habe, so erzählt der Durchschnittsangestellte mit den zu großen Ohren, eine Riesensumme im Lotto gewonnen und könne der Vielbegehrten weit mehr bieten als die 150 Euro, für die sie ansonsten ihre spezielle Dienstleistungen an den Mann bringt. Die schöne Daniela akzeptiert das ungewöhnliche Geschäft und folgt François sogleich in dessen bescheidene Mansardenwohnung. Dort verlebt das neue Paar einige sexuell anregende, für den herzkranken François und erst recht für seinen schrulligen Freund André allerdings auch allzu aufregende Tage.

Stille Tage in der Mansardenwohnung

Als Daniela klar wird, dass ihr "Käufer" keineswegs ein reicher, sondern nur ein einsamer Mann ist, kommt der ins Spiel, der keinen Spaß versteht, nämlich Danielas Zuhälter und Liebhaber Charlie. Es ist nur eine Nebenrolle, aber schwergewichtig und augenzwinkernd dargestellt vom französischen Star Gérard Depardieu. Charlie will von François vier Millionen Euro Ablösesumme. Doch woher soll der sympathische Hochstapler das Geld nehmen? Also verliert er die Hure an das Milieu, aus dem er sie geholt hat. Doch für Daniela hat sich in den Tagen mit François etwas verändert, und so kann auf ein gutes Ende für alle gehofft werden.

Gérard Depardieu als Zuhälter

"Wie sehr liebt du mich?" ist kein großer Film, aber ein charmantes, oft witziges erotisches Märchen mit der hinreißenden Monica Bellucci. Allerdings wird man(n) sie beim nächsten Paris-Besuch wohl leider vergeblich im Schaufenster der Nachtbar am Pigalle suchen.

Wolfgang Hübner/AP / AP