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"Willkommen bei den Sch'tis": Frankreichs Provinz-Blockbuster

Eiseskälte, ein grässliches Kauderwelsch und widerlicher Stinkekäse - für den Norden ihres Landes haben viele Franzosen nur Verachtung übrig. Doch Frankreichs größter Kino-Erfolg belehrte bereits über 20 Millionen Zuschauer eines Besseren und bescherte einer verabscheuten Gegend phänomenale Touristenströme.

Für Freunde und Familie von Philippe Abrams steht fest: "In den Norden kommt nur der, der was angestellt hat." Und in der Tat wird der brave Postbeamte Philippe (Kad Merad) aus der Provence in die Region Nord-Pas-de-Calais, die an Belgien und den Ärmelkanal grenzt, strafversetzt. Dorthin, wo es immer kalt, immer dunkel ist, wo die Menschen nur stinkenden Käse und Fritten essen, und vor allem seltsam sprechen - Sch'ti eben. Um seiner depressiven Frau und seinem Kind das Leid zu ersparen, an den "Nordpol" auszuwandern, macht sich Philippe, eingepackt in eine dicke Daunenjacke und mit all seinen Vorurteilen allein auf den Weg - und die liebevoll inszenierte Komödie "Willkommen bei den Sch'tis" dreht so richtig auf.

Da gibt es halsbrecherische Verfolgungsfahrten auf dem Fahrrad quer durch das Städtchen Bergues, zusammenklappende Rollstühle, in den Mund gestopfte Käsestullen und natürlich immer wieder die skurrilsten Missverständnisse ob des seltsamen Dialekts der Sch'tis. Doch natürlich kommt es für Philippe, wie es kommen muss: Allen Vorurteilen der arroganten Südfranzosen zum Trotz trifft er in dem charmanten, verschlafenen Ort ein warmherziges Team und viele freundliche Menschen.

Seiner Frau Julie (Zoé Félix) in der Provence kann er das aber nicht erzählen, ist sie doch voller Mitleid für ihren gestraften Mann. Aus der Ferne kümmert sie sich rührend um ihn - und die Ehe läuft gut wie nie. Also lässt sich Philippe auf dieses Spielchen ein und tischt seiner Familie die haarsträubendsten Geschichten über den barbarischen Norden auf. Doch dann beschließt Julie, ihrem Mann zur Seite zu stehen und kommt nach Bergues. Und weil Philippes Kollegen inzwischen auch seine besten Freunde sind, bereiten sie der schönen Julie einen Empfang, der noch die schlimmsten Befürchtungen und Vorurteile der Südfranzösin übertreffen.

Geflügel-Bouletten und Glockenturm-Tourismus

Mit "Willkommen bei den Sch'tis" gelingt Autor, Regisseur und Schauspieler Dany Boon eine liebevolle, satirische und meist urkomische Charakterstudie seiner Heimat und Landsleute. "Die Franzosen haben einen sehr negativen Blick auf diese Gegend und denken immer nur an Armut, Verzweiflung und Arbeitslosigkeit, wenn sie Nord-Pas-de-Calais hören", sagte Boon, der in dem Film den schüchternen Briefträger Antoine spielt, in einem Interview. Daher habe er eine Komödie drehen wollen, die die Menschen berührt und die Augen öffnet. "Die Zuschauer sollten diese Region zusammen mit der Hauptfigur, die in den Norden kommt, kennenlernen, mit allem was dazu gehört: die ganze Sch'ti-Kultur, die Landschaft, die Mentalität der Leute, ihre Gastfreundschaft, ihren Gerechtigkeitssinn, ihre Großzügigkeit."

Tatsächlich hat der Film bereits Touristenströme verursacht: In Scharen kommen Franzosen aus allen Regionen nach Bergues, um dem im Film berühmt gewordenen Glockenspiel zu lauschen und sich von Stadtführern die Frittenbude zeigen zu lassen, in der die Figuren des Kinoerfolgs zu Mittag essen. Längst ist der Imbiss bei den Sch'ti-Touristen Kult geworden. So viele Geflügel-Bouletten mussten die Leute vom Grill noch nie herstellen.

Deutsche Synchronisation mit origineller Lösung

Boons Verbundenheit mit dem Nord-Pas-de-Calais vermittelt seinem Werk, das als eine Art komödiantischer Heimatfilm bezeichnet werden könnte, besondere Glaubwürdigkeit. Nur ganz selten rutscht das Niveau in Richtung Klamauk. In den ersten 20 Minuten, die zumeist im Süden spielen, gibt es herrlich witzige Szenen, die für einen Lacher nach dem anderen sorgen. Später ist das Geschehen eher zum Schmunzeln, das aber mit Beständigkeit. Nur ganz wenige Komödien verschaffen den Zuschauern im Kino solches Wohlbehagen. Die Franzosen zeigten sich entsprechend dankbar dafür. In Frankreich sahen innerhalb kürzester Zeit mehr als 20 Millionen Zuschauer diese wunderbare Komödie, die nun auch in Deutschland in den Kinos läuft. Hierzulande dürfte sie vor allem Fans von Louis de Funès begeistern - und all diejenigen, die sich auf die seltsamen Sch'tis und vor allem ihre Sprache, in der alle S-Lauten konsequent in "Sch"-Laute umgewandelt werden, einlassen.

Die große Herausforderung für die deutsche Fassung des Films bestand in seiner Sprachübertragung: Wie sollte und konnte ein uriger nordfranzösischer Wortgebrauch aus den Mündern einheimischer Synchronsprecher klingen? Es lag eigentlich nahe, einen etwas weniger bekannten deutschen Dialekt dafür in Gebrauch zu nehmen. Doch gewählt wurde eine anspruchsvollere Lösung, nämlich eine Art Kunstsprache. Synchron-Regisseurin Beate Klöckner hat die Aufgabe unter anderem mit der Stimme von Comedy-Star Christoph Maria Herbst ("Stromberg") als Antoine gut gelöst.

Dass selbst damit nicht die in Frankreich so bejubelte Wirkung der Originalfassung erreicht werden konnte, ist verständlich. Gleichwohl hat der Film hat eine Botschaft, die auch in anderen Ländern Aufmerksamkeit findet, wie Dany Boon glaubt: "Die Themen Entwurzelung und Aufeinanderprall der Kulturen sind universell." Wer des Französischen mächtig ist, dem sei die Originalversion mit Untertiteln empfohlen. Denn scho rischtisch schön genieschen kann man das Sch'ti wohl nur in der Urfaschung. DPA/AP/jus

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Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?