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Bud Spencer im stern-Interview: Buddy, der Dilettant

Er hält seine Filme für "platt" und sich selbst für einen "Dilettanten". Im Interview mit dem stern geht Bestseller-Autor und Schauspieler Carlo Pedersoli, besser bekannt als Bud Spencer, deftig-ironisch mit sich ins Gericht.

Bud Spencer hat in seinen Leben so ziemlich alles ausprobiert, aber nichts richtig gelernt. "Ja, ich bin ein Dilettant. Ich habe 60 Filme auf Englisch gedreht, spreche die Sprache aber kaum", verrät der 81-Jährige im neuen stern. "Ich war ja auch nie auf einer Schauspielschule." Auch für seine Erfolge als Schwimmer habe er nie trainiert. "Dafür aber am Beckenrand geraucht. Ich war ein Idiot."

Erfolg hat der Italiener, der eigentlich Carlo Pedersoli heißt, immer noch. Spencers Autobiografie steht derzeit in den Bestsellerlisten. Den bis heute anhaltenden Erfolg seiner Filme mit Freund und Leinwandpartner Terence Hill führt er auf deren Vorhersehbarkeit zurück. "Das Publikum liebt es, schlauer zu sein als die Helden im Film. Die Zuschauer wussten genau, was sie erwartet: Gleich haut der Dicke wieder zu! Außerdem waren die Filme nie ordinär oder brutal, es gab kein Blut, keinen Sex. Deshalb sind sie selbst in Saudi Arabien erfolgreich."

Dass die Kritik die Filme seinerzeit verriss, kann er verstehen. "Die Filme sind platt, aber die Leute lieben sie", sagte Spencer dem stern. Und das tiefere Geheimnis des Charakters Bud Spencer erklärt er so: "Jeder Mensch hat – egal, wo auf der Welt er lebt, egal, welchen Beruf er hat, in welcher gesellschaftlichen Position auch immer er sich befindet – immer noch einen Typen über sich, dem er gerne mal eine reinhauen würde."

Auch Spencer selbst kann manchmal noch über seine Filme lachen. Seine Lieblingsszene erreignete sich allerdings außerhalb der Kamera. "In Spanien hat sich mal ein wunderschöner schwarzer Hengst am Set blitzschnell auf den Rücken geworfen, als er mich kommen sah. Er hatte mich wiedererkannt und sich daran erinnert, wie ich am Vortag versucht hatte, auf ihm zu reiten."

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