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Doku "Red Cunt" Wie sehr mögt ihr eure Periode? Dieser Film könnte eure Meinung ändern

Sehen Sie im Video: „Red Cunt“ – ein Film, der die Periode feiert: „Es ist einfach ästhetisch“.




Studentinnen, die mit rotem Saft aus Menstruationstassen anstoßen „Cheers“, zwei sich fremde Frauen, die gegenseitig ihre Vulven betrachten und eine Wrestlerin mit Vulva-Kostüm: „Das ist der Rückenteil meines Kostüms, der hat hier fluffige Schamhaare“. Diese Frauen brechen Tabus. Filmemacherin Toti Baches hat sie begleitet und eine Doku über die Menstruation gedreht. Die 49-Jährige stammt aus Katalonien und lebt seit 18 Jahren in Hamburg. Ihrer Doku hat sie den provokanten Titel „Red Cunt“, also rote Fotze, gegeben.


Toti Baches Filmemacherin „Ich wollte Aufmerksamkeit erreichen. Ich habe gelesen, dass das Wort Cunt früher kein Schimpfwort war, sondern es bezeichnet eine hinduistische Göttin für Liebe und Fruchtbarkeit und Schönheit. Und im Lauf der Jahrzehnte ist das erst ein Schimpfwort geworden. Ich wollte das Wort in einen positiven Kontext stellen.“


Die Doku hat Baches in ihrer Freizeit gestemmt. Ohne Fördergelder und Verleih hat sie den Film nach fünf Produktionsjahren nun in die Kinos gebracht. Das Besondere an ihrem Film sind Animationen, die in unterschiedlichen Geschichten die vielen Tabus rundum die Menstruation widerspiegeln.
„Ganz viele Erfahrungen sind von mir, ich habe aber auch mit vielen Frauen gesprochen aus verschiedenen Generationen. Dadurch konnte ich ein Gesamtbild bauen. Zum Beispiel die Geschichte, wenn Matilda angemacht wird in der Schule, weil sie eine Binde auf der Toilette gelassen hat. Das ist eine echte Geschichte aus einer Schule. Das ist erbärmlich.“


(Beispielszene aus Film)


Auslöser für den Film war ein Besuch mit ihrer Tochter beim Kinderarzt, der auch im Film vorkommt.


(Szene aus Film)


Toti Baches
„Und da hat es bei mir Klick gemacht, weil ich dachte, ich hatte das Tabu auch selbst verinnerlicht.“


Sie wollte daraufhin ihre Tochter positiv über die Menstruation aufklären.


„Aber ich habe nichts gefunden. Ich fand es schade, dass ich ihr etwas Lästiges vermitteln musste. Und dann habe ich nach Projekten geschaut, mit denen ich ihr die Menstruation als etwas Schönes verkaufen kann. Und dadurch kam die Idee zum Film.“


Entstanden ist ein anderthalbstündiger Film über weibliche Emanzipation. Ein Ja zum eigenen Blut in Menstruationstassen. „Ich finde das ist schon einfach irgendwie fast ästhetisch, wenn man sich das anguckt, dass da jetzt dieses Blut drinnen ist und das kommt von einem selber.“


Und ein Ja zum eigenen Geschlecht.


„Warum sind meine Genitalien Tabu – oder Frauen-Genitalien Tabu?“


Toti Baches „Ich möchte mit der Doku erreichen, dass ein Dialog entsteht zwischen den Familien, den Menschen, den Freunden. Und das wir Frauen uns mit der Menstruation viel früher anfreunden….Mein Wunsch ist, dass Mädchen in die Schule gehen und sagen hey ich hab sie, endlich! Anstatt zu verstecken. Das ist das Ziel.“


Der Film läuft noch bis Ende Januar in den Programmkinos einzelner Städte.  
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Die 49-jährige Toti Baches fand ihre Periode jahrelang lästig. Ihrer Tochter wollte sie jedoch beibringen, dass sie auch etwas Positives sein kann – also machte sich auf die Suche nach Frauen, die ihre Menstruation feiern.

"Red Cunt – Reconsidering Periods" von Toti Baches feiert am 4. November im Hamburger "3001 Kino" Premiere. Alle weiteren Termine und Infos unter www.red-cunt-film.com.


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