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Zeichentrick: Ferkels großes Abenteuer

Winnie Puuh und seine Freunde hecken ständig neue Streiche aus. Nur das Ferkelchen wird oft ausgeschlossen, weil es doch viel zu klein ist. Hier zeigt es aber, dass auch kleine Leute große Taten vollbringen können.

Richtig gute Kinderfilme fürs Kino sind rar gesät. Vor allem für die ganz Kleinen gibt es nicht eben viele Filme, die es sich anzuschauen lohnt. Neben der "Pettersson-und-Findus"-Reihe sind es vor allem die Puuh-Filme, die die Knirpse zu begeistern wissen. Ein echtes Highlight ist auch der aktuelle Film "Ferkels großes Abenteuer", der im Herbst 2003 im Kino lief und jetzt schon wieder auf DVD vermarktet wird.

Im Film entdeckt Ferkel einmal mehr, dass ihn seine Freunde aufgrund seiner Größe immer wieder ausgrenzen. Puuh, Rabbit, Tigger und I-Aah haben sich nämlich gerade einen absolut schwachsinnigen Plan ausgedacht, um den stechwütigen Bienen ihren Honig wegzunehmen. Würde Ferkel nicht im allerletzten Moment beherzt eingreifen, um die Situation zu retten, wären die Freunde wohl arg gestochen worden. Aber wie so oft, so bemerken die Bewohner des Hundertmorgenwaldes auch dieses Mal nicht, was Ferkel da eigentlich gerade geleistet hat. Frustriert zieht Ferkel ab - er sucht nach neuen Gefährten, die seine Hilfe vielleicht dringender benötigen.

Animiertes Tagebuch

Ferkels Freunde bemerken rasch, dass der pinkfarbene kleine Quieker nicht mehr bei ihnen ist. Auf der Suche nach Ferkel finden sie in seiner Hütte ein gemaltes Tagebuch. Das sollte ihnen doch eigentlich dabei helfen, das verschwundene Schweinchen schnell wiederzufinden. Tatsächlich werden sie aber an viele alte Abenteuer erinnert, bei denen Ferkel eine besonders große Rolle gespielt hat.

Etwa damals, als Känga und Ruh in den Hundertmorgenwald gezogen waren. Damals dachte Rabbit noch, dass es sich bei den beiden um gefräßige Monster handeln würde. Nur Ferkel allein hatte den Mut, sich zu den grässlichen Monstern in die Hütte zu begeben. Sie erinnern sich auch daran, wie sie mit Christopher Robin den Nordpol besucht oder das Haus von I-Aah gebaut haben. Schon bald dämmert den Freunden, dass sie Ferkel völlig unterschätzt haben. Frei nach dem Motto "klein, aber oho" können anscheinend auch winzige Ferkel große Taten vollbringen. Gerne würden sich Tigger, Rabbit, Puuh und I-Aah entschuldigen. Aber wo steckt das Ferkel eigentlich?

"Ferkels großes Abenteuer" besteht aus mehreren Episoden, die durch eine Rahmenhandlung zusammengehalten werden. Das ist gut für kleine Kinder, da sie einer einzelnen Geschichte über so lange Zeit gar nicht folgen können. Die Geschichten selbst sind ganz ruhig erzählt, sehr bodenständig und absolut nicht gruselig: Albträume entstehen hier keine.

Eltern, die den Film zusammen mit ihren Kindern schauen, freuen sich über die wirklich fantastischen Zeichnungen, die vor allem bei den Hintergründen einen ganz eigenen Stil und einen enormen Detailreichtum aufweisen. Viele visuelle Slapstick-Elemente, intelligente Späße und nette Wortspiele und Andeutungen halten auch die Erwachsenen bei der Stange, sodass die ganze Familie etwas von dem Film hat.

Das DVD-Bild von "Ferkels großes Abenteuer" ist glasklar digitalisiert, der Mehrkanalton frisch und raumgreifend: So legt man die Silberscheibe auch zu Hause gerne in den DVD-Player ein. Ein wenig enttäuschend sind die Extras. Da gibt es mit "Ferkels Erinnerungsbuch" ein interaktives Spiel, das sich mit der Fernbedienung meistern lässt. Hinzu kommen kleine Weisheiten für große Helden, ein Sing-mit-uns-Spezial und ein DVD-ROM-Extra.

Carsten Scheibe
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