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FILMFEST: Vor den Taliban versteckt

Auf dem 55. Filmfestival von Locarno werden Streifen mit Franka Potente und Al Pacino um den »Goldenen Leoparden« konkurrieren. Gezeigt werden aber auch Filme aus Afghanistan, die vor den Taliban versteckt werden mussten.

Mit einem Rekordangebot von fast 400 Filmen wartet in diesem Jahr das 55. Internationale Filmfestival von Locarno auf, das am Donnerstagabend im Tessin beginnt. Mit einem prominenten Hauptprogramm, drei Retrospektiven und vielen Nebenveranstaltungen haben Festivalpräsident Marco Solari und -direktorin Irene Bignardi ihre zweite Saison an der Spitze des Schweizer Festivals gespickt. Erstmals findet das Festival seit seiner Aufwertung im Herbst 2001 als eines in der A-Kategorie statt - in einer Riege mit Cannes und Berlin.

Deutschland doppelt vertreten

Mit 22 Beiträgen ist der internationale Wettbewerb um den Goldenen Leoparden umfangreicher als üblich. Aus Deutschland sind Michael Hofmanns »Sophiiiie!« und Iain Diltheys »Das Verlangen« mit dabei. Mit den USA (4 Filme) und Frankreich (3 Filme) sind die großen Filmländer im Wettbewerb prominent vertreten. Die Preisverteilung findet am 11. August statt. In der siebenköpfigen Jury unter Präsidentschaft des serbisch-französischen Produzenten Cedomir Colar sitzz auch der Schauspieler Bruno Ganz. Den Ehrenleoparden erhält der amerikanische Regisseur und Schauspieler Sydney Pollack.

Von Franka Potente bis Al Pacino

Auf der Piazza Grande, wo jeden Abend zwei Vorführungen geplant sind, ist zur Eröffnung am Donnerstag Oliver Parkers Oscar Wilde-Verfilmung »The Importance of Being Earnest« mit Colin Firth und Rupert Everett zu sehen. Als Ur- oder Erstaufführungen stehen Filme wie Gurinder Chadhas »Bend it Like Beckham«, »The Bourne Identity« von Doug Liman mit Franka Potente und Matt Damon oder der Thriller »Insomnia« von Christopher Nolan mit Al Pacino und Robin Williams auf dem Programm. Retrospektiven sind dem indischen Kino, erstmals ausgestrahlten afghanischen Filmen, die vor den Taliban versteckt worden waren, und dem kanadischen Filmschaffenden Allan Dwan gewidmet.