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Filmstart "Bad Teacher" mit Cameron Diaz: Das Anti-Vorbild

Sie ist die Königin der zotigen Komödie. In "Bad Teacher" beweist Cameron Diaz dieses für Hollywood-Diven ungewöhnliche Talent erneut. An ihren größten Erfolg "Verrückt nach Mary" kommt sie aber nicht ganz heran.

Kinotrailer: "Bad Teacher"

Die schräge, schlüpfrige Komödie "Verrückt nach Mary" machte Cameron Diaz vor 13 Jahren berühmt. Mit "Bad Teacher" knüpft der heute 38-jährige Hollywoodstar an diesen Erfolg an - auch wenn die Story dieses Mal etwas zahmer ist.

Lehrerin Elisabeth Halsey könnte der Traum aller pubertierenden Schüler sein: Blond, super langbeinig und mit ihrem demonstrativen Desinteresse an ernsthaftem Unterricht absolut cool. Haschisch und Alkohol nicht abgeneigt, schläft sie ihren Rausch öfter mal am Lehrerpult aus, während die Klasse mit Filmen ruhiggestellt wird. Den Autowasch-Tag der Schüler nutzt sie, um Geld für ihre Brustvergrößerung zu sammeln - dafür wälzt sie sich in super kurzen Shorts und knapp unter dem Busen geknotetem Hemd nach Manier der Rapper-Video skandalös lasziv auf den Kühlerhauben.

Cameron Diaz, eine der bestbezahlten Hollywoodschauspielerinnen, ist anzumerken, wie viel Spaß ihr diese Rolle gemacht hat. "Ich glaube, dass diese furchtbare Lehrerin für viele auch etwas Faszinierendes hat", sagte Diaz im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. "Man wünscht sich, mal einen Tag wie sie sein zu dürfen - alles sagen zu dürfen, was einem so durch den Kopf geht, ohne Rücksicht auf andere."

Nachdem sie ihren ungeliebten Job schon gekündigt hatte, muss Elisabeth nach den Sommerferien unwillig trotzdem an ihre alte Schule zurückkehren - aus der Hochzeit mit ihrem doofen, aber reichen Freund ist nämlich nichts geworden. Als der junge Vertretungslehrer Scott an ihrer Schule anfängt, wittert Elisabeth die große Chance. Denn der neue Kollege ist zwar ein absoluter Langweiler, aber sehr vermögend.

Pikant: Die Rolle des Junglehrers, auf den Elisabeth ein Auge wirft, wird von Diaz' Ex-Freund Justin Timberlake (30) gespielt. Der macht aus der Rolle aber nicht viel mehr als wohl auch im Drehbuch steht - sein unbeholfener Spießertyp Scott bleibt ziemlich hölzern, auch wenn sich Timberlake als Mitglied der Lehrerband mit einem schauderhaft schlecht gesungenen Song selbst parodiert. Herrlich schräg ist dagegen die laut Diaz "unsexieste Sexszene, die es jemals in einem Film gegeben hat". Elisabeth und Scott bleiben dabei übrigens komplett angezogen.

Immerhin ist da noch der männlich zupackende Sportlehrer Russell (Jason Segel), der Elisabeth nachstellt. Ihre schärfste Konkurrentin ist die grandios überdrehte Amy (ein echtes Comedytalent: Lucy Punch). "Bad Teacher" parodiert mit seinen oft unter die Gürtellinie zielenden Witzen Teenie-Filme ebenso wie die ewigen romantischen Komödien aus Hollywood. Besonders erfrischend: Der Film verzichtet auf die meist übliche Läuterung seiner Hauptfigur. Ob sich Elisabeth vom "Bad Teacher" zum "Good Teacher" wandeln kann, ist nämlich äußerst fragwürdig.

Elke Vogel, DPA / DPA
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