HOME

Irres Leinwand-Comeback: Im Hirn von Charlie Sheen

Charlie Sheen hat nicht nur als Serienschauspieler für Furore gesorgt. Seine irren Totalausfälle in der Öffentlichkeit haben ihm Kultstatus eingebracht. Jetzt ist er zurück auf der Kinoleinwand.

Natürlich spielt er eine Rolle: Schauspieler Charlie Sheen ist nicht Charles Swan III., den er in seinem neuen Film "Charlies Welt" spielt - und doch sind die Parallelen mehr als unverkennbar. Sheen, einst bestbezahlter Serienschauspieler, gibt sein Comeback als Hauptdarsteller auf der großen Leinwand mit einem Film, der treffender nicht hätte sein können. "Wirklich nichts ist wirklich", lautet zwar der Untertitel, so richtig glauben aber kann man das nicht.

Denn in dem Film von Francis Ford Coppolas Sohn Roman spielt Sheen einen ebenso charmanten und erfolgsverwöhnten wie etwas abgehalfterten Grafikdesigner, dessen Leben völlig aus dem Ruder läuft, als seine große Liebe ihn verlässt. Natürlich ist er daran alles andere als schuldlos. Dennoch suhlt er sich in Kummer und Einsamkeit, wirft in einer dramatischen Aktion die Schuhe seiner Angebeteten von den Hollywood-Hills und macht auch ansonsten Dinge, nicht gerade schlau sind.

Auf einem schrägen Trip zwischen Realität und Wirklichkeit, auf dem er von seinem Freund Saul (toll: Bill Murray) begleitet wird, versucht er schließlich, wieder zu sich zu finden und sich selbst wieder wertzuschätzen. Der zum Teil absurd anmutende Film in 70er Jahre-Optik quillt fast über vor ironischen Anspielungen auf das skandalreiche Leben seines Hauptdarstellers - ist dabei aber dennoch überraschend sensibel und berührend und damit ganz anders als der fünfte Teil von "Scary Movie", in dem Sheen gerade erst sich selbst und seine nicht minder skandalgeschüttelte Kollegin Lindsay Lohan wenig mitfühlend auf die Schippe nahm

Als Rüpel ständig in den Schlagzeilen

Sheen (47, "Hot Shots") führt nach eigenen Angaben inzwischen ein drogen- und alkoholfreies Leben. Nach Jahren der Selbstzerstörung, als Bilder von ihm, auf einem Hochhausdach wild mit einer Machete herumfuchtelnd um die Welt gingen, ist ihm das mindestens zu wünschen. Partys, Drogen- und Alkoholprobleme, regelmäßige Treffen mit Prostituierten, Gewalttätigkeit gegen seine Ex-Frauen und Randalieren in Hotelzimmern - Berichte über solche Geschichten brachten Sheen als Rüpel ständig in die Schlagzeilen.

Sheen war 2011 aus der bekannten US-Serie "Two and a Half Men" als Hauptdarsteller ausgeschieden, weil er einen Produzenten beleidigt hatte. Heute spielt er in der Serie "Anger Management". "Es konnte ja nicht so weitergehen", sagte Sheen kürzlich dem Magazin "InstyleMEN". "Ich lebte seit Jahren am Limit. Alkohol, Drogen, Pillen und Stress, das volle Programm. Ich wäre nicht der Erste gewesen, der diesen Lebensstil nicht überlebt hätte."

Britta Schultejans, DPA / DPA