Jan Fedder Das umgepolte Kiez-Kind


Früher konnte sich Jan Fedder kaum vorstellen, einen Polizisten zu spielen. Jetzt, zu seinem 50. Geburtstag und nach 200 Folgen "Großstadtrevier", ist er nicht mehr als Hamburger Kiez-Cop wegzudenken.

Der Schauspieler Jan Fedder muss oft sagen, dass er den Polizeiobermeister Dirk Matthies nur spielt. Dabei hat der echte Hamburger Jung mit dem Kiez-Cop aus der ARD-Serie "Großstadtrevier" so viel gemeinsam, dass zwischen Darsteller und Rolle nur schwer zu trennen ist. Am Freitag wird Jan Fedder 50 Jahre alt. Und nebenbei wird er als Dirk Matthies ab Montag wieder in 16 neuen Folgen "Großstadtrevier" zu sehen.

Jan Fedder alias Dirk Matthies

Der Schauspieler hat den "Pilgrim" in Wolfgang Petersens "Das Boot" gespielt, er gibt den Bauer Brakelmann in der Comedy-Serie "Neues aus Büttenwarder", und er hat als Sänger seiner Punkband Big Balls nun die zweite CD herausgebracht. Bekannt aber ist er fast nur als Dirk Matthies. Dabei bereitete Jan Fedder diese Rolle einst großes Unbehagen.

"Sehr viel Überzeugungskraft" habe es damals gekostet, "eine Polizeiuniform anzuziehen und einen Peterwagen zu fahren", sagte er einmal in einem Interview. Er sei ja auf dem Kiez groß geworden, "gehörte natürlich durch die gegebenen Widrigkeiten logischerweise zur anderen Seite." Genau darum aber ist Polizist Matthies vom Kiez-Kind Fedder bestens darüber unterrichtet, wie man mit den Menschen und dem Milieu umzugehen hat.

So kennt auch Matthies St. Pauli wie seine Westentasche. Fedders lässige Gradlinigkeit und sein schnoddriger, nordischer Humor sind das Markenzeichen des "Großstadtreviers" und für Hauptfigur Matthies der Schlüssel zum Fahndungs- wie zum Publikumserfolg. 14 Serienjahre sind es nun schon geworden, mehr als 200 Folgen lang läuft das "Großstadtrevier", die erfolgreichste Vorabendserie der ARD.

Eine Kneipe am Hamburger Hafen

Dass in Matthies schon von Beginn an viel Fedder steckte, ist für den Star der Serie keine Frage: "Damals, als Dirks Biografie erstellt wurde und man gefragt hat 'Was ist das für'n Typ?', da hab' ich meine Lebensgeschichte erzählt, und da sind dann viele Sachen übernommen worden." Seine Eltern hatten eine Kneipe am Hafen, seine Mutter war Tänzerin. Fedders Vorfahren fuhren zur See. Das sei in die Geschichte von Dirk Matthies eingebaut worden.

Sogar der alte, schwarze Mercedes, den Matthies privat fährt, gehört in Wirklichkeit Jan Fedder. Der Sammler nennt insgesamt mehr als 30 Autos, Motorräder und Trecker sein eigen. Das schönste Stück, sagt er, sei sein Messerschmitt-Kabinenroller.

Wie viel die Geschichten von der Wache 14 auch mit der realen Polizeiarbeit zu tun haben mögen: Das Original Fedder macht die Figur Matthies glaubwürdig. Und der Schauspieler hat kein Problem damit, dass er heute fast nur durch diese Rolle bekannt ist, solange ihn die Leute auf der Straße noch als Jan Fedder ansprechen und nicht mit der Rolle verwechseln. Bisher jedenfalls sei er "für alle der Jan Fedder. Das ehrt mich sehr", sagt er.

Womöglich liegt es daran, dass Jan Fedder seine Ecken und Kanten pflegt. Er macht keinen Hehl daraus, schon eher aber ein Image. Ob es stimme, dass er früher täglich eine Buddel Rum geschafft habe, wurde er einmal gefragt, und wunderte sich: "Wieso früher?" Seine Hobbys: "Trinken und Trecker fahren."

"Ja, bin ruhiger geworden und trinke zu Hause"

Nachdem er allerdings im Jahr 2000 seine Freundin Marion geheiratet hatte, habe er sich verändert: "Ja, bin ruhiger geworden und trinke zu Hause." Seine ehemalige Serienpartnerin Dorothea Schenk lobt er mit den Worten: "Ich bin ja nun Kettenraucher, und sie konnte gut den Qualm ab, und sie kann auch gut mal 'nen Schluck aus der Buddel nehmen."

Das kann er nicht von jeder seiner Kolleginnen sagen. Mittlerweile hat die fünfte Polizistin an Fedders Seite ihren Dienst quittiert und die sechste tritt an. Ab Montag geht Katja Metz, gespielt von der 29-jährigen Anja Nejarri, mit Dirk Matthies auf Streife.

Michael Carlin/AP AP

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