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Kinofilm "Tron: Legacy": Neue Stufe des 3D-Action-Films

Forstetzung nach 30 Jahren: In den 80ern schuf Disney mit "Tron" einen Klassiker des Science-Fiction-Genres. Jetzt kommt mit "Tron: Legacy" ein neues Abenteuer des Computerspielentwicklers Kevin Flynn und seines Sohns Sam auf die Leinwand. Und überzeugt durch seine opulente 3D-Optik.

Auf der Suche nach seinem lange verschwundenen Vater wird der junge Draufgänger Sam in eine ebenso faszinierende wie gefährliche Computerwelt gesogen: das Raster. Ursprünglich wollte sein Vater, das Computergenie Kevin Flynn (Oscar-Preisträger Jeff Bridges), damit eine ideale Welt kreieren. Doch sein Programm, ein junges Abbild seines Schöpfers, machte sich selbstständig und schuf im Cyberspace ein faschistisches Regime, in dem Flynn gefangen war. Mit "Tron: Legacy" liefert Kinoregie-Neuling Joseph Kosinski ein vor allem visuell beeindruckendes Debüt ab, das das 3D-Erlebnis auf eine neue Ebene hievt.

Über Jahre steckte die Fortsetzung des Kultfilms von Anfang der 80er Jahre in Hollywoods Schubladen. Der Film über die Geschichte des Computerspieleentwicklers Kevin Flynn, den Bridges seinerzeit schon verkörperte, und die damalige Vorstellung des Innenlebens der Rechenmaschinen war visionär. Flynn wollte dem Vorstand seines ehemaligen Arbeitgebers Ideenklau nachweisen und wurde beim Versuch, sich in das System zu hacken, mittels eines Lasers in den Computer gezogen. In der digitalen Welt kämpfte er gegen das Master Control Programm ums Überleben ­ und um einen Weg zurück.

Die visionäre Idee, das kühle Design und die Tatsache, dass der Film zu den ersten zählt, in denen über längere Strecken Computeranimationen zum Einsatz kamen, erklärt den wegweisenden Status, den "Tron" heute hat. Wohl überzeugende Argumente für Disney, rund 150 Millionen US-Dollar (mehr als 111 Millionen Euro) in die Fortsetzung zu investieren.

Die Handlung von "Tron: Legacy" setzt nun 28 Jahre nach dem Erstling an. Flynn konnte dem Raster entkommen und bastelt weiter an seinem Traum von einer perfekten Welt, die die Vorzüge der realen und der digitalen Welt in sich vereint. Wenige Jahre später verschwindet er erneut und lässt Sohn Sam, der von Garrett Hedlund ("Troja") gespielt wird, zurück. Der entwickelt sich zu einem ähnlichen Computercrack wie es sein Vater war.

Als er die alte Spielhalle seine Vaters aufsucht, entdeckt er Flynns Labor ­ und wird von dort ebenfalls in das digitale Raster teleportiert. Für Sam beginnt nicht nur ein Kampf auf Leben und Tod. Zusammen mit seinem Vater und der sinnlichen Kriegerin Quorra (Olivia Wilde) muss er gegen einen skrupellosen Bösewicht kämpfen.

So dünn die Story, so bildgewaltig kracht "Tron: Legacy" über die Leinwand. Kosinski, der sich vor allem mit innovativen Werbespots für Computerspiele einen Namen machte, gelingt feinstes Science-Fiction- Actionkino. Die 3D-Technik wird nicht um ihrer selbst willen eingesetzt, sondern unterstützt die Dynamik der Actionkämpfe, die dicht aneinandergestrickt sind. Feinstes Popcorn-Kino, nicht nur für Fans.

Roland Hindl, DPA / DPA
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