KRIEGSFILM Duell: Enemy at the Gates


Der Kriegsfilm zeigt einmal mehr den Horror von Stalingrad - diesmal aber von der russischen Seite aus. Höhepunkt ist das Duell zwischen dem jungen russischen Scharfschützen Zaitzev und seinem deutschen Gegenpart Major König.

Jean-Jacques Annaud zeigt in seinem Kriegsfilm »Enemy at the Gates« einmal mehr den Horror von Stalingrad - diesmal aber von der russischen Seite aus.

Während immer neue Soldaten an die Front gekarrt werden und der Kampf um die zerbombte Stadt eigentlich nur noch ein Armdrücken zwischen Hitler und Stalin ist, kommt der junge Schäferssohn Vassili Zaitsev (Jude Law) nach Stalingrad. Er ist ein ausgezeichneter Schütze, der im Häuserkampf einem bedrohten Vorgesetzten (Joseph Fiennes) beispringt. Der nimmt ihn unter seine Fittiche und macht aus dem einfachen Mann aus dem Volk einen heldenhaften Scharfschützen - Propaganda pur. Doch Zaitzev muss schon bald beweisen, ob er wirklich so gut ist, wie die Flugblätter sagen. Die Deutschen holen ihren besten Scharfschützen nach Stalingrad und setzen Major König (Ed Harris) auf den Russen an.

»Enemy at the Gates« beginnt wie »Der Soldat James Ryan« mit einer ultrabrutalen Szene, die zeigt, wie die jungen Soldaten bereits bei ihrer Ankunft in Stalingrad unter Feuer geraten und dutzendweise krepieren. Der Rest wird von den Russen selbst mit Waffengewalt an die Front geprügelt: Zwei Mann müssen sich ein Gewehr teilen. Die unverblümte Gewalt lässt den Zuschauer hart schlucken.

An Spannung gewinnt der Film erst richtig, wenn es zu dem Duell der beiden Schützen kommt. Jude Law mimt den jungen, freundlichen Russen mit beängstigender Intensität, wird von einem brillanten Ed Harris aber trotzdem an die Wand gespielt. Die extrem gute Besetzung täuscht aber nicht darüber hinweg, dass »Enemy at the Gates« den Dreh zwischen Kriegsdokumentation, Liebesepos und Scharfschützenduell nicht so richtig findet.

57 Minuten Extras gibt es auf der DVD. Dazu zählen gelöschte Szenen, ein Making of, Statements und Produktionsnotizen.

Bild: 2,35:1, FSK: ab 16 Jahren, Laufzeit: 126 Min.

Carsten Scheibe


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