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Liam Neeson im Interview "Ich bin gegen Gewalt"

I: Bryan Mills überlebt in Taken 3 mal wieder alles. Aber wie ist er bloß aus dem Autowrack gekommen? LN: Das ist eine sehr gute Frage. Als ich es das erste Mal sah, fragte ich mich tatsächlich, wie ich da rauskommen soll?! Auf jeden Fall schafft er es. Es mindert die Glaubwürdigkeit ein wenig, aber wenn man die Erfahrungsgeschichte aus Taken1 und 2 bedenkt, müssen wir wohl einfach akzeptieren, dass er es schafft zu entkommen.
I: Was war der schwierigste Stunt, den Sie bei diesem Film ausführen mussten? LN: Aus diesem Auto herauszukommen! Nachdem es diesen Crash hatte...UND explodierte! Aber das war ja gar nichts! Es ist einfach das gesamte Paket dieses Films, wir müssen uns wirklich gut darauf vorbereiten-physisch als auch psychisch. Da gibt es eigentlich keinen bestimmten Stunt...naja, ich bin kein großer Läufer. Für den Film musste ich sehr viel laufen, aber mein Körper mag es nicht, zu sprinten. ich kann jede Menge andere Sachen machen, aber sprinten fällt mir wirklich schwer. Und es ist nicht so, dass ich nicht fit genug wäre, zu rennen-denn das bin ich, aber es gibt einfach ein paar körperliche Aktivitäten, bei denen dein Körper „Nein“ sagt. Ja, das war relativ schwierig..also eigentlich war es nicht schwierig, aber es war wirklich anstrengend.
I: Haben Sie für sich je eine Erklärung dafür gefunden, warum die Leute diesen Robert-Mitchum-Charles-Bronson-artigen Typ so sehr mögen? LN: Robert Mitchum war mein Idol, also danke für diesen Vergleich. Ich denke, das liegt daran, dass dieser Typ gewissermaßen ein Jedermann ist. Er ist kein perfekter Mann, kein perfekter Vater, aber was man nicht von der Hand weisen kann ist die große Liebe, die er für seine Tochter und Frau empfindet. Ich denke, mit dieser starken Verbindung zwischen Vater und Sohn oder Vater und Tochter können sich die Zuschauer identifizieren. Und sobald der Typ diese Beziehung bedroht sieht, wächst er über sich hinaus und zeigt all diese Fähigkeiten-das spricht die Kinozuschauer sehr an.
I: Sie sahen Leute während des Nordirland-Konfliktes sterben. Wie ist es, mit diesem Hintergrund in solch gewaltreichen Filmen zu spielen? LN: Ja, ich war Zeuge von Tragödien in Nordirland. Das hört sich jetzt vielleicht kitschig an, aber in diesen ganzen Taken-Filmen, wann immer Brian Mills Gewalt gegen jemanden anwendet, dann achte ich darauf, dass er es nicht tut, weil er Freude daran hat, er möchte das nicht tun, er hat wirklich Probleme damit. Ich bin privat absolut gegen Gewalt, mache aber andererseits all diese Filme..allerdings ist die Gewalt in diesem Film eher cartoon-mäßig. Es ist wie Tom&Jerry, denke ich.
I: Wann haben sie zuletzt bei einem Film geweint? LN: Ich weine immer in Filmen. In Taken3 vergieße ich am Ende ein paar Tränen, im zweiten glaube ich auch und im ersten Film ganz sicher. Ja, ich scheine irgendwie immer in diesen Filmen zu weinen. Denken Sie nicht? Oder haben Sie nicht alle gesehen? Also ja, ich weine!
I: Wird dieser Film wirklich der letzte sein? LN: der letzte „Taken“? Ich denke, das ist wahrscheinlich der letzte. Es gibt keine Pläne, noch einen zu machen-und es kommt ja letztendlich auch immer aufs Geld drauf an. Wenn der letzte Film gut läuft, die Leute das sehen wollen und gerne mehr von der Geschichte oder den Charakteren haben wollen und hoffentlich mit Forest Whitaker an Bord, dann werden Luc Besson und Robert Mark Kamen entsprechend darauf reagieren, schätze ich. Aber es gibt aktuell keine Pläne, nein.
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In seinen Filmen gnadenlos, privat Gewaltgegner: Liam Neeson. Im Interview zeigt der "Taken"-Star nicht nur, dass er Humor hat, sondern auch seine verletzliche Seite.

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