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Bernardo Bertolucci: "Der letzte Tango in Paris"-Regisseur äußert sich zum Skandal um Sex-Szene

Weil im Netz erneut seine kontroversen Aussagen über die Vergewaltigungs-Szene in "Der letzte Tango in Paris" kursierten, nahm Bernardo Bertolucci nochmal dazu Stellung. Doch verstanden hat er nichts.

Der letzte Tango in Paris

Das ist die umstrittene Szene: Maria Schneider weinte echte Tränen.

Der Aufschrei war groß, aber er kam zu spät: Zahlreiche Medien berichteten am Wochenende über ein altes Video von 2013, das erneut auf Youtube aufgetaucht war. Darin sprach der Oscar-Preisträger und Regisseur Bernardo Bertolucci über die berühmte Vergewaltigungsszene in "Der letzte Tango in Paris" - und offenbarte Schockierendes. Nun hat sich der 76-Jährige selbst erneut zu dem Thema geäußert.

In einem Statement sagte er laut dem Branchenblatt "Variety", dass alles ein lächerliches Missverständnis sei. "Ich habe gesagt, -  und vielleicht war das nicht deutlich -  dass Brando und ich Maria nicht über den Gebrauch der Butter informierten. Wir wollten dazu ihre spontane Reaktion. Die Leute denken, dass Maria nichts von der Gewalt gegen sie gewusst haben soll. Das ist falsch!", so Bertolucci. Dabei ist es eigentlich egal, mit was genau der Regisseur die unerfahrene Schauspielerin damals demütigen wollte.

Bertolucci und Brando sollen Maria mit der Szene überrascht haben

In dem Skandalfilm von 1972 spielten der 48-jährige Marlon Brando und die erst 19-jährige Maria Schneider ein ungleiches Paar, das sich zum Sex trifft. In der berühmtesten Szene vergewaltigt Brando die weinende Frau und benutzt dabei Butter als Gleitmittel. "Die Idee zur Szene hatten Brando und ich am Morgen, bevor wir sie drehten. Ich habe es Maria nicht gesagt, denn ich wollte ihre Reaktion als Mädchen, nicht als Schauspielerin. Ich wollte, dass sie sich gedemütigt fühlt", hatte Bertolucci in dem Interview von 2013 zugegeben. 

Auch Maria Schneider hatte zu Lebzeiten - sie starb 2011 an Krebs - über die Dreharbeiten gesprochen und gesagt, dass sie sich vergewaltigt gefühlt habe. Doch das interessierte damals keinen. Mehrere Hollywoodstars meldeten sich nun auf Twitter zu dem Skandal zu Wort, darunter Jessica Chastain oder Anna Kendrick. Außerdem wurde eine Online-Petition ausgerufen, die fordert, Bertolucci nachträglich die Oscars abzuerkennen.

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