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Mel Gibson: Mr. Mad Max wird 50

Mel Gibson ist ein halbes Jahrhundert alt geworden. Der erfolgreiche Schauspieler und Filmemacher kann bereits jetzt auf ein beeindruckendes Leben zurückblicken - welches aber auch kritisch beäugt wird.

Bereits jetzt hat Mel Gibson eine Filmkarriere vorzuweisen, die auch als Bilanz eines ganzen Lebens sehr beeindruckend wäre. Seinen 50. Geburtstag am 3. Januar kann der amerikanisch-australische Schauspieler und Regisseur in der Gewissheit feiern, inzwischen einer der Unberührbaren Hollywoods zu sein. Denn mit dem sensationellen Erfolg des von ihm inszenierten Films "Die Passion Christi" hat Gibson eine Stufe seiner Karriere erklommen, die direkt in den Kino-Olymp führt.

Dort gehört einer auch hin, der gegen viele Warnungen und düstere Voraussagen alles gewagt und alles gewonnen hat: 25 Millionen Dollar aus seinem Privatvermögen hatte der katholische Fundamentalist in das Projekt investiert, das in den ausgestorbenen Sprachen Latein und Aramäisch auf die Leinwände kam, an Blut und Grausamkeiten nicht sparte und sich überdies auch noch recht hysterischen Antisemitismus-Anschuldigungen aussetzte. Doch das Wunder geschah, die Massen strömten vor allem in den USA in die Kinos.

Erfolg wird in Hollywood gut bezahlt

Gibson verdiente mit der Leidensgeschichte des Jesus von Nazareth rund 210 Millionen Dollar, was ihn nebenbei auch zu einem der reichsten Künstler weltweit machte. Kleinverdiener war der in Australien aufgewachsene Star auch vorher nicht. Denn Gibson kann seit seinem Regie-Oscar 1996 für das Ritterdrama "Braveheart" verlangen, was er will - und bekommt es. Entscheidend für die Filmlaufbahn des in Sydney solide ausgebildeten Schauspielers waren seine internationalen Erfolge als Actionheld in den "Mad Max"-Filmen und die mehrfache Zusammenarbeit mit Peter Weir, dem herausragenden Regisseur des Fünften Kontinents.

Zwischen Drama und Komödie

Weir wie Gibson gerieten fast zwangsläufig nach Hollywood. Dort konnte der Australier mit amerikanischen Wurzeln in vier "Lethal Weapon"-Filmen von 1987 bis 1998 als schräger Polizist Martin Riggs das Massenpublikum begeistern. Aber Gibson präsentierte sich auch immer wieder in anspruchsvollen Projekten wie in der Shakespeare-Verfilmung "Hamlet", die Gibson 1992 als tragischen Titelhelden sah.

Mel Gibson ist seit 1980 mit einer ehemaligen Krankenschwester verheiratet. Das Paar hat sieben Kinder - er selbst wurde 1956 als sechstes von elf Kindern nördlich von New York geboren. Gibson und seine Familie lebt überwiegend in Australien auf einer Farm. In früheren Jahren hatte "Mad Max" mit Alkoholproblemen zu kämpfen, jetzt, bekennt er sich zu einem fundamentalistischen Katholizismus, der sich den Neuerungen in der Amtskirche verweigert und an der lateinischen Messe festhält.

Dass diese religiöse Grundhaltung für ihn mit seinem Beruf und dem Status eines Weltstars vereinbar ist, hat er mit seinem "Christus"-Film mehr als eindrucksvoll bewiesen. Mel Gibson ist reich und sendungsbewusst genug, um noch mehr Filme zu produzieren, die seine tief verwurzelte Gläubigkeit dokumentieren. Das wird nicht allen gefallen, aber auf alle muss einer wie er längst keine Rücksicht mehr nehmen.

Wolfgang Hübner/AP / AP
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