Wer geglaubt hatte, das Dschungelcamp kommt nach dem Auszug von Eva – und damit einer der Hauptangeklagten – ein wenig zur Ruhe, sah sich vehement getäuscht. Genau genommen kochten die Wogen jetzt erst so richtig hoch. Ein Indiz dafür war nicht zu letzt die Tatsache, dass sich nun auch Simone in den Angriff einschaltete, um mal den ihr vertrauten Fußballerduktus zu bemühen.
Es drehte sich wieder einmal um Gil und das aus vielerlei Richtungen. Ariel legte die Platte vom ewigen Lügner ein weiteres Mal auf und verpasste auch gleich noch den Kollegen einige Watschn. Patrick ist unsympathisch, unsympathisch, unsympathisch. Hardy auch und nicht nur das, sondern auch noch "peinlekch", alles aber nichts gegen Gil, der "hier alle verarscht": "Du bist für mich ein skrupelloser Typ". Hinzu kam, das auch seine Rekonvaleszenz bei den Damen einige Fragen aufwarf.
"Eine Woche durchhalten, dann geht er sowieso"
Am Vortag hatte er sich infolge seines Sturzes bei der Dschungelprüfung noch greisenartig ans Lagerfeuer geschlichen, jetzt war Wunderheilung und gute Stimmung angesagt. Zusammen mit Patrick holte er bei der Dschungelprüfung "backWÜRG" – und so leckeren Häppchen wie Wasserbüffel-Anus und Ziegenpenis – fünf Sterne. Das wurde mit Nikotin und kumpeligen Klatschern auf den Hintern gefeiert, zuviel für Ariel, für Samira und nun auch für Simone. Zeichnete die sich bislang durch ihre zumeist ausgewogenen Sichtweisen aus, wird nun auch bei ihr das Fundament brüchig. Das größte Rätsel für sie: Warum Gil eigentlich immer noch im Camp ist und wie es sein kann, dass die Zuschauer ausgerechnet ihn durch ihre Anrufe immer weiter im Spiel halten.
"Eine Woche durchhalten, dann geht er sowieso", mit dieser Maxime war sie ins Camp gezogen. Nun naht das Finale und womöglich wird dieser Typ sogar Dschungelkönig. "Simone könnte die ganze Hütte anzünden", beschrieb Samira deren Gemütszustand. Vielleicht macht sie aber auch erstmal eine ihrer Drohungen wahr und lässt vom Stapel, was sie so alles über den guten Gil weiß. War da nun was zwischen ihm und Ekaterina bei "Let’s Dance"? Die Ballack brodelt, dabei könnte sie "Themen rausholen", bei denen es ihm "unangenehm" wird, wenn sie "auspackt". Junge, Junge, da geht noch einiges. Am Ende blieb es dann doch Verschlusssache, zumindest vorerst.
Die nächste Eskalation war schließlich angesagt, als es ein weiteres Mal um die Regeln, beziehungsweise um Verstöße gegen selbige ging. 80 waren es diesmal, die Strafe folgte auf dem Fuße: Bis auf zwei Luxusgegenstände wurden alle eingezogen. Nach einigem Hin und Her bestand Simone sogar darauf, die Kette mit dem Amulett und dem Stein aus der Asche ihres Sohnes abzugeben, was zur Folge hatte, dass Hardy und Hubert letztlich ihre Ohrstöpsel behalten durften. Das wiederum brachte Samira auf Zinne, die gleich mal mit den Gentlemen dieser Welt abrechnete: Verweichlicht sind sie, die Kerle von heute, wie sollen ihre Kinder eines Tages in dieser Welt groß werden, wenn die Männer solche Waschlappen sind. Männer nehmen in den Arm? Männer geben Geborgenheit? Nichts da. Männer hängen an ihren Ohrenstöpseln. Und warum eigentlich? Vielleicht, damit sie ihr eigenes Schnarchen nicht hören müssen. "Eine ganz schwache Leistung von Hubert und Hardy", gab Ariel schließlich noch ihren extrascharfen Senf dazu. Fraglich auch, wozu Hubert eigentlich Ohropax braucht, da er doch sowieso ständig pennt – "bei jedem Gespräch und sogar bei Licht".
Und während Hardy im Dschungeltelefon vergeblich versuchte, irgendwo eine Prise Rechtfertigung hervorzuzaubern, kamen Hubertchen vor lauter schlechtem Gewissen die Tränen. Dabei hat der Mann doch nur den einen großen Wunsch: Ein einziges Mal etwas gewinnen. Zumindest würde er die Krönung ausgesprochen ausgeschlafen antreten, auch wenn ihn mittlerweile die negativen Energien plagen, die im Camp herrschen. Er hätte Visionen von Kreuzen und Gesichtern, er sieht Kinderköpfe im Feuerrauch, vielleicht wäre da inzwischen auch mal ein Termin bei Doktor Bob angesagt.
Hardy musste das Dschungelcamp verlassen
Bei so mannigfaltigem – und vor allem lauten – Grundrauschen gingen die kleinen Highlights fast unter: Ariel, die auf ihre emotionale Intelligenz pocht. Simone, die Patricks Geschichte vom Motorkauf nicht folgen kann, weil der sich beim Erzählen "die ganze Zeit an den Eiern kratzt". Und die gleich noch Ariel für ihre Duschszene einen mitgab: "Wenn nix mehr geht, mach’ ich mich nackig". Und Gil, dem Ariels Vorwurftourette unübersehbar zusetzt: "Man kann sich nicht auf den Kopf pissen lassen und sagen, es regnet".
Am Ende musste Hardy das Camp verlassen. Das tat er jedoch nicht, ohne eine schmucke Abschiedsrede zu halten, der vielleicht schönste Peptalk seit Hansi Flick und den Graugänsen: "Es hat Spaß gemacht mit euch. Auch wenn es Reibereien gab, haben wir immer irgendwie einen Konsens gefunden. Das zeigt ja auch, dass wir ein homogenes Team sind." Klingt auch nach fiebrigen Visionen, sicher nicht das Schlechteste, dass Hardy sich erstmal wenig erholen kann.
Dieses, räusper, homogene Team nun, es besteht aus sechs Bewohnern: Hier Samira, Ariel und Simone, die drei Ausrufezeichen, dort Hubert, Gil und Patrick, das Trio mit vier Fäusten. "Ihr werdet es rocken", hatte Hardy gesagt. Wir bleiben dran.
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