NEON-Interview "So wichtig sind mir Filme nicht"


In der neuen Ausgabe von NEON spricht Natalie Portman über ihren neuen Film "Hautnah", über schlechte Erfahrungen als unfreiwilliges Sexsymbol und die Gemeinheiten ihres Filmpartners Jude Law.

"Hautnah" ist ein sehr harter und realistischer Film über Liebesbeziehungen. Die Menschen darin betrügen sich in allen erdenklichen Konstellationen. Konntest du nachvollziehen, was da passiert?

Nicht alles. Aber ich glaube, dass fast jeder schon mal auf der einen oder anderen Seite stand – als Betrogener oder Betrügender.

Du spielst eine Stripperin – ein großer Sprung weg von den braven Rollen deiner Vergangenheit. War das reizvoll?

Ich habe die Rolle angenommen, weil ich mit Regisseur Mike Nichols zusammenarbeiten wollte. Und weil das Drehbuch viele Freiräume ließ. Vier Menschen verlieben und entlieben sich, dazwischen betrügen sie sich. Man sieht aber nur die Momente, in denen die Beziehungen beginnen oder enden. Es wird extrem viel über Sex geredet, aber man sieht auch den Sex nicht.

Wenn man mal von der Szene absieht, bei der du als Stripperin an einer Stange tanzt.

Das stimmt. Es ist nicht so einfach, dabei gut auszusehen. Man muss das richtig trainieren.

Hat dich die Rolle mehr mitgenommen als andere?

Definitiv. Ich mag kein "Method Acting", wo man die Gefühle der Figur selbst spüren muss. Wenn ich nach Hause gehe, möchte ich wieder Ich sein. Bei dieser Rolle war es schwierig, am Ende des Tage alles abzuschütteln. Man erinnert sich daran, wie es sich anfühlt, betrogen zu werden – und danach ist es schwierig, sich zu überzeugen, dass das gerade alles nur Spiel war. In einer Szene macht Jude Law mir klar, dass er sich von mir trennen will. Er wird unglaublich fies. Er war so überzeugend, dass ich in dem Moment wirklich anfing zu heulen. Sobald die Kamera aus war, wurde er wieder er selbst und sagte: "Sorry, sorry, tut mir leid."

Du hast oft Drehbücher abgelehnt, weil sie dir zu sexy waren: "Lolita" oder "Der Eissturm". Kein schlechtes Gefühl, weil dir dadurch auch gute Rollen verloren gingen?

Ich bin nicht der Typ, der mit Bedauern zurückdenkt. Zumindest nicht an verpasste Rollen. So wichtig sind Filme für mich nicht.

Aber gibt es heute Momente, in denen du heute denkst: "So schlimm wär’s nicht gewesen"?

Das kann ja vorher niemand wissen. Ich hatte eben diese frühe schlechte Erfahrung, als ich mit zwölf in "Leon – Der Profi" zu sehen war. Es war mein erster Film und meine Eltern mussten sich absurde Vorwürfe anhören, dass sie mich nicht genügend geschützt hätten.

In "Leon" warst du ein kleines Waisenmädchen, das einen Killer becirct. Der Film hat was Befremdliches, weil du tatsächlich als Sexobjekt inszeniert wurdest.

Genau. Und mit zwölf mitzukriegen, dass man als Sexobjekt gesehen wird, kann sehr verstörend sein.

Waren spätere Rollen Anti-Reaktionen? Zum Beispiel so etwas Asexuelles wie Star Wars?

So kann man das auch nicht sagen. Aber es war eine gute Abwechslung, zehnjährige Jungs als Fans zu haben und nicht nur ältere Männer. Sie sind so dankbar. Die strahlen übers ganze Gesicht, wenn sie Königin Amidala treffen. Als würde man ihnen ein Snickers zustecken. Auf Leute zu wirken wie ein Schokoriegel macht sehr glücklich.

Das vollständige Interview ist in der aktuellen Ausgabe von NEON nachzulesen, dem jungen Magazin vom stern


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