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Neu im Kino Das Abendland ist längst untergegangen


Die "Transformers" sind zurück, bieten nichts außer Effekte und werden trotzdem auf eins gehen. Anime-Gott Hayao "Chihiro" Miyazaki zeigt seinen letzten Film. Und das deutsche Kino ist... nett.
Von Sophie Albers Ben Chamo und Nicky Wong

"Transformers 4: Ära des Untergangs"

Wen Sie kennen könnten: Regisseur Michael "Patriot" Bay (alle bisherigen "Transformers"-Filme) sowie die Darsteller Mark Wahlberg ("The Departed") und Stanley Tucci ("Der Teufel trägt Prada")

Die Geschichte in einem Satz:

Vier Jahre nach den Ereignissen von Teil drei wollen die Menschen alle Roboter auf Erden vernichten - auch die friedlichen Autobots, doch der erfolglose Erfinder Cade rettet zuerst Optimus Prime, um es dann - vor wehenden US-Flaggen - mit einer Universumsverschwörung aufzunehmen, und natürlich hat er eine blonde, Hotpants-tragende Tochter.

Geschwister im Kinoversum:

"Transformers 3"

Warum Sie den Film sehen können, wenn Sie unbedingt wollen:

Nachdem mich ein Kollege angefarzt hat, dass man M&Ms auch nicht esse, um satt zu werden, lade ich alle Kinogänger, denen gute Effekte völlig ausreichen, herzlich zum ohrenbetäubend opulenten Dauerkampf der Mega-Roboter ein. Es gibt sogar stählerne Dinos. Dem Rest bleibt nichts anderes übrig, als auf Stanley Tucci zu warten, der gegen Ende des geschichtslosen Theaters aufdreht und geradezu anrührend verzweifelt versucht, gegen den BlockblockBLOCKbuster anzulachen. Ist allerdings ein schwacher Trost.

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"Wie der Wind sich hebt"

Wen Sie kennen könnten: Meisterregisseur und Anime-Gott Hayao Miyazaki ("Chihiros Reise ins Wunderland")

Die Geschichte in einem Satz:

Jiro Horikoshi liebt das Fliegen und beschließt, Flugzeugingenieur zu werden, doch der Job stürzt ihn ins moralische Dilemma und auch die Beziehung zu seiner großen Liebe leidet unter Jiros Beruf als Kampfflugzeugbauer im Zweiten Weltkrieg.

Geschwister im Kinoversum:

"Das wandelnde Schloss"

Warum Sie den Film UNBEDINGT sehen müssen:

Weil es der letzte Film eines Genies ist, denn Regisseur Miyazaki hat angekündigt, in den Ruhestand zu gehen. Weil er den Zuschauer abheben lässt, indem er vom Traum eines kleinen Jungen erzählt, und weil er dabei nie vergisst, dass aus dem Traum grausame Wirklichkeit wurde, als die Leidenschaft den Ingenieur der Kriegsindustrie in die Arme getrieben hat. "Wie der Wind sich hebt" ist ein episches Historiendrama für Erwachsene - mit all der weltumarmenden Fantasie des japanischen Meisterregisseurs. Amen.

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"Wir sind die Neuen"

Wen Sie kennen könnten: die Darsteller Heiner Lauterbach ("Rossini, oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief") und Karoline Schuch ("Hannas Reise")

Die Geschichte in einem Satz:

Die Mitsechziger Anne, Eddie und Johannes lassen ihre alte WG wieder aufleben, doch das stört drei Studenten, die nebenan wohnen, denn während die Alten feiern, müssen die Jungen büffeln.

Geschwister im Kinoversum:

Wer sich am Kampf Alt gegen Jung laben möchte, ist mit "R.E.D." besser aufgehoben

Warum Sie den Film sehen könnten:

Die Idee ist nett, und die Schauspieler sind nett, aber leider verliert das durchaus gutgelaunte Spiel immer wieder an all die abgerödelten Klischees, an Längen und an das Gefühl, dass der Film eigentlich auch im Fernsehen hätte laufen können.

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