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Stern Logo Academy Awards - Die Oscar-Verleihung

Deutsche Oscar-Hoffnungen: Hitler und das Kamel

Gleich zweimal dürfen sich in diesem Jahr Deutsche Hoffnungen auf den Oscar machen. Der Hilter-Film "Der Untergang" ist ebenso nominiert wie der Dokumentarfilm "Die Geschichte vom weinenden Kamel".

Der von Bernd Eichinger produzierte Hitler-Film "Der Untergang" hat allein in Deutschland mehr als 4,6 Millionen Zuschauer angelockt. Jetzt hat der in Deutschland preisgekrönte Streifen, der die letzten zehn Tage Adolf Hitlers im Führerbunker in Berlin 1945 bis zur deutschen Kapitulation zum Thema hat, sogar Chancen auf einen Oscar. Kritiker haben insbesondere die schauspielerische Leistung des Schweizer Schauspielers Bruno Ganz als Hitler gewürdigt. Historiker bezeichneten den Ansatz des Films, möglichst akribisch und faktengetreu die letzten Tage des NS-Regimes zu zeigen, als nicht hinreichend, um Geschichte erklären zu können. Regisseur Oliver Hirschbiegel war bereits im Jahr 2001 mit "Das Experiment" für den Oscar nominiert, ging aber leer aus.

Mit dem ebenfalls für einen Oscar nominierten Dokumentarfilm "Die Geschichte vom weinenden Kamel" ist dem Italiener Luigi Falorni und der Mongolin Byambasuren Davaa von der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) ein Überraschungserfolg gelungen. Das rührende Drama, Falornis Abschlussfilm an der HFF, läuft auch ein Jahr nach dem deutschen Kinostart noch in zahlreichen Kinos. Bislang sahen nach Verleihangaben rund 303.000 Kinobesucher die Geschichte um eine Kamelmutter und ihr Junges in der Wüste Gobi.

Die Mutter verstößt ihr Kalb nach der Geburt, doch ohne die nahrhafte Muttermilch ist das Jungtier dem Tod geweiht. In ihrer Not erinnern sich die Hirtennomaden an ein uraltes Ritual: Ein Musiker soll mit den magischen Klängen seiner Geige die Kamelmutter zum Weinen bringen und so ihr Herz erweichen. Am Ende geschieht das Wunder: Die Kamelmutter bricht in Tränen aus, ihr Junges darf säugen und ist gerettet.

DPA / DPA