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Robert Downey Jr.: Runter vom Abstellgleis

Drogen, Entzug, wieder Drogen, Knast: Niemand wollte mehr mit ihm zu tun haben. Doch seit vier Jahren ist Robert Downey Jr., der beste Schauspieler seiner Generation, clean. Jetzt versucht er den Neuanfang.

Es ist ein warmer Mittag, es regnet, und als er in der Tür steht, ist man ganz froh. Darüber, dass die beim stern nicht wieder auf die Idee gekommen sind, eine Frau hierher zu schicken, weil sie glauben, Frauen können Männer besser erklären.

Mag ja manchmal auch stimmen, aber ihn hätte keine Frau erklären können. Weil sie spätestens jetzt in Ohnmacht gefallen wäre oder wie eine Kaulquappe dagesessen hätte: Mund auf, Mund zu. Er ist Robert Downey jr., und Frauen, heißt es, wollen ihn nur noch in die Arme schließen, wenn sie seine großen melancholisch dunklen Augen sehen, die wie große Öltropfen auf seinem Gesicht liegen, und darunter den schüchtern lächelnden Mund, diese Gesichtslandschaft, auf der sich das Schicksal wie bei einem Baum in Jahresringen verewigt hat.

Er ist nicht besonders groß, seine Stimme ist tief, und er sieht nicht so aus, als ob er einen großen Kleiderschrank hätte. Downey sagt "Hallo!", setzt sich, raucht eine Zigarette und trinkt Milchkaffee aus einem großen Pappbecher, und wenn er jetzt anfangen würde, das Telefon zu reparieren, wäre das auch okay. Alles ganz normal also.

Und doch nicht. Es gibt nicht wenige Menschen, die Robert Downey jr. für einen der besten Schauspieler der Welt halten. Weil er jede Sekunde die Leinwand füllt, auch wenn er nur am rechten Bildrand zu sehen ist. Kritiker sagen, dass man Downey in einem Film auch spürt, wenn er gar nicht im Bild ist, man weiß ja, dass er irgendwann kommt, und allein das sei wie ein Intensitätskompressor.

Downey ist jetzt 40, aber wenn er wirklich alles aus seinem Leben erzählen würde, könnte man glauben, er sei 80. Die Filme sind ja nur ein Teil davon, und auch wenn sie schon groß waren, hat Downey sie noch veredelt. Den karrierezynischen TV-Reporter in "Natural born killers" hat er so gespielt, dass man hinterher auch über den Zynismus des Fernsehens sprach und nicht nur über Serienkiller; "Chaplin" hat er so gespielt, dass man das Traurige im Witz verstand.

In der Bret-Easton-Ellis-Verfilmung "Unter Null" hatte er 1987 seinen ersten großen Auftritt als heroinsüchtiger Millionärssohn, damals nicht ahnend, dass die Rolle in sein Leben hineinwachsen würde. Das ist der andere Teil seines Lebens: Kokshaufen, Entzugsklinik, Razzien im Hotelzimmer, eine ungeladene Magnum 357 auf dem Beifahrersitz, Blaulicht, Handschellen, ein Therapeut, der sagt, Downey sei wohl "von Wölfen aufgezogen", ein Wechselleben zwischen Entzug und Knast, Zelle 17, "zu viert, ich hatte das Bett oben". Die Presse schrieb sich heiser, als Downey seine quotenbringende Gastrolle in der Serie "Ally McBeal" aufgab, weil er wieder mal in den Bau gehen musste.

Das ist jetzt alles vier Jahre her, Downey selbst sagt, er sei nun clean: "Ich habe fast alle Fehler in meinem Leben gemacht, die man machen kann. Ich glaube, es sind keine mehr da." Er lächelt und zuckt die Schultern. So ist das, wenn Männer mit Männern reden, einer lächelt und zuckt die Schultern, der andere sagt "Hm", und dennoch ist fast alles gesagt. Downey kommt jetzt mit dem ersten seiner vielen neuen Filme ins Kino, "Kiss Kiss, Bang Bang", einer Art Thrillerkomödie. Der Film unter der Regie von Shane Black ist sehr lustig und am Ende etwas wirr, aber wie immer, wenn Downey mitspielt, zählt das kaum, denn man schaut wieder nur ihm zu.

Wie er das macht?

Dieses Mit-einem-Blick-alles-und-noch-viel-mehr-Sagen? Er zögert. "Keine Ahnung, ob ich eine Technik habe. Ich glaube nicht. Wenn man mit sich selbst im Reinen ist, kann man das. Ich glaube nicht, dass Schauspiel irgendwas mit Genialität zu tun hat. Wenn man an sich arbeitet, kann das jeder." Er meint es nicht so nonchalant, wie es klingt. Downey ist ein Schauspielarbeiter: Er muss sich nicht umkrempeln, sich nicht seelisch mit der Rolle tränken, sondern sie spielen, fertig. Er, der wirklich alle Psychosen im eigenen Fundus hat, sagt, dass er sie nicht benutzt, mehr noch, er rührt sich selbst nicht an, wenn er spielt.

Downey gibt sich Mühe, seine zwei Ichs auseinander zu halten. Der Drogen-Downey, das war er als unerwachsenes Etwas, Sohn des Avantgardefilmers Robert Downey sen., Theaterschauspieler und mit gerade 22 in Hollywood, damals, in "Unter Null": "Wenn du in dem Alter in einem solchen Film spielst und ein bisschen berühmt wirst, lässt dich in Hollywood niemand erwachsen werden. Stattdessen taumelst du durch diese Welt. Viele sagten damals, der Downey jr. ist in zehn Jahren weg, andere sagten, du wirst ein Superstar. Na ja, und dann fängt man an, diese Fehler zu machen", beschreibt Downey sein eines Ich.

Das andere Ich ist der Schauspieler, "ein Job, den ich mache, um mich und meine Familie zu ernähren, meine Vitamine zu kaufen und ein wenig Musik zu machen".

Doch kann man zwischen seinen Sätzen heraushören, wie sich Downey hinter seinem "normalen Leben in Brentwood, einer verdammt ordentlichen Mittelklassegegend in Los Angeles" verschanzt. Er mäht den Rasen, geht mit seinem Sohn aus erster Ehe zum Fußball, kocht und hat vor ein paar Wochen die Filmproduzentin Susan Levin geheiratet. Er macht Therapien, er trinkt keinen Tropfen Alkohol, und bei jedem Film werden hohe Versicherungsprämien fällig, weil Produzenten immer noch Angst haben, Robert Downey jr. könnte eines Morgens wieder in irgendeiner Gosse liegen. Es ist egal, wie sehr sich Downey selbst clean fühlt - dass Hollywood ihm zutraut, jederzeit wieder abzustürzen, ist der Makel, mit dem er leben muss.

Ob er einen Plan hat, wie er es anstellt, dass er nie wieder in dieses alte Leben abrutscht? Ha, da grinst er und sagt: "Wenn du Gott lachen hören willst, erzähl ihm deine Pläne." Und dann ist sein Gesicht wieder so zweigeteilt wie sein Leben - oben die traurigen Augen und darunter der dagegen anlächelnde Mund.

Jochen Siemens / print
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(