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Großaufnahme Dancefloor Edition: 17 Dinge, die Sie über "Saturday Night Fever" wissen müssen

Am 13. April vor 40 Jahren tanzte John Travolta im weißen Polyesteranzug durch die Kinos. Das glitzernde Underdog-Drama "Saturday Night Fever" zählt zu den großen Klassikern Hollywoods. Und noch heute zucken einem die Füße, wenn "Stayin' Alive" gespielt wird.

"Saturday Night Fever"

John Travolta und Karen Lynn Gorney in "Saturday Night Fever"

Picture Alliance
  • Das von Norman Wexler verfasste Drehbuch basiert auf dem Artikel "Tribal Rites of the New Saturday Night", den Nik Cohn 1976 für das "New York Magazine" geschrieben hatte. Mitte der 90er Jahre beichtete der britische Musikjournalist, die Reportage komplett erfunden zu haben, weil er damals, gerade frisch in die USA gekommen, keinen Zugang zur Brooklyner Discojugend gefunden hatte. Die Hauptfigur, aus der im Film dann Tony Manero wurde, basierte auf einem englischen Mod-Kumpel Cohns. 
  • Ursprünglich sollte der Filmtitel wie die Vorlage heißen, wurde dann aber von Regisseur John Badham auf "Saturday Night" gekürzt. Dann hörte er die Songs, die die Bee Gees beisteuern sollten, und fand, dass "Night Fever" den Geist des Films besser einfängt. Badham setzte das Saturday davor, fertig war " ".
  • Hier der Trailer von damals:
  • Und die Eröffungssequenz, bis heute einer der besten und pointiertesten Filmanfänge überhaupt. Bevor die Geschichte beginnt, wissen die Zuschauer bereits, mit was für einem Typen sie es hier zu tun bekommen:
  • bereitete sich insgesamt neun Monate auf die Rolle vor, lief täglich zwei Meilen und absolvierte ein Tanztraining. Am Ende hatte er zehn Kilo abgenommen.
  • Sowohl Travoltas Schwester Ann (als Pizzeria-Kellnerin) als auch seine Mutter Helen (als die Frau, der Tony die Farbdose verkauft) haben Gastauftritte.
  • "Saturday Night Fever" war einer der ersten Filme, in dem die Steadicam zum Einsatz kam, ein Halterungssystem für tragbare Filmkameras, mit dem verwacklungsarm gedreht werden kann. Für diese Entwicklung wurde der Kamermann Garrett Brown 1978 mit einem Oscar ausgezeichnet.
  • Der Film kostete drei Millionen Dollar und hat weltweit rund 238 Millionen Dollar eingespielt.
  • Travolta hatte eigentlich einen schwarzen Disco-Anzug tragen wollen, da aber in dem dunklen Raum das rote Kleid seiner Partnerin mehr hervorstach, wurde ein weißer draus. Genauer gesagt zwei. Da Travolta bei den Tanzszenen sehr ins Schwitzen kam, schlüpfte er in den zweiten, während der erste getrocknet werden musste.
  • 2003 war John Travolta zu Gast in der Talkshow "Inside The Actors Studio" und erzählte unter anderem auch von alten "Saturday Night Fever"-Zeiten: 
  • Dank der TV-Serie "Welcome Back, Kotter" (1975-1979) war Travolta bereits ein beliebter Star. Das hatte zu Folge, dass die Außenaufnahmen für "Saturday Night Fever" schon mit Beginn der Dämmerung gedreht werden mussten, weil hysterische Fans, vor allem junge weibliche, die Dreharbeiten zu stören drohten.
  • Der Soundtrack war, bis Michael Jacksons "Thriller" kam, das erfolgreichste Musikalbum aller Zeiten. Mit ca. 40 Millionen Exemplaren liegt es heute hinter "Bodyguard" (ca. 44 Millionen) auf Platz 2 der meistverkauften Filmmusiken.
  • Die Bee Gees waren gerade in Frankreich mit dem Abmischen eines Live Albums beschäftigt, als der Produzent des Films, Robert Stigwood, sie fragte, ob sie die Musik zu seinem Film komponieren wollen. Die Gruppe lehnte es ab, das Drehbuch zu lesen, sagte aber, sie hätten schon einige Songtitel wie "Stayin' Alive", "Night Fever" und "How Deep Is Your Love" im Kopf. Drei Tage später lag bei Stigwood in London ein Tape mit den Demoversionen aller Songs auf dem Tisch, die dann für die Choreografie und die Aufnahmen der Tanznummern benutzt wurden.
  • John Travolta wurde als Bester Darsteller für den Oscar und den Golden Globe nominiert.
  • Sylvester Stallone drehte 1983 eine Fortsetzung mit dem Titel "Stayin’ Alive", die weder kommerziell noch künstlerisch an den Vorgänger heranreichte. Trotzdem war Travolta die Zusammenarbeit mit Sly an diesem Film die liebste, weil dieser gewusst habe, wie er ihn auf der Leinwand am besten aussehen ließ.
  • Dürfen wir natürlich an dieser Stelle nicht vergessen: Die großartige Parodie auf "Saturday Night Fever" im Komödien-Klassiker "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug":

Das sagten...

…die Kritiker:

"Schon nach einer Minute weiß man, dass es in diesem Film um etwas geht, und dass er weiß, wovon er spricht. Travolta auf der Tanzfläche ist wie ein Pfau auf Amphetaminen." (Gene Siskel)

"So, wie 'Saturday Night Fever' inszeniert und gefilmt ist, fühlen wir den wohligen Sog der Discothek (...). Die Pop-Tanzsequenzen sind die schönsten und hypnotischsten, die je gedreht wurden. In seinen besten Momenten ist der Film zutiefst romantisch: der Drang sich zu bewegen, zu tanzen und der Drang der zu sein, der du gerne sein möchtest. Das Nirwana ist der Tanz, wenn die Musik stoppt, bist du wieder der Durchschnitt.“ (Pauline Kael, "New Yorker") 

"Die Machart des Films ist die eines sogenannten B-Pictures: knallig, taff, mit dem rauhen Charme und dem rigorosen Zugriff amerikanischen Entertainments. Rüde Dialoge in einem auch Amerikanern schwer verständlichen Slang, deftiger Sex, greller, aber kraftvoller Glamour. (...) Nichts wird vertieft, vieles nur eben angedeutet.  (Wolf Donner, "Die Zeit")

…John Travolta:

"Ich liebe es, als Sexsymbol gesehen zu werden. Aber so richtig ernst nehmen kann ich da nicht."

…und Regisseur John Badham:

"Einige Leute sind der Ansicht, dass es nicht so gut ist, einen Film zu drehen, der in einer ganz speziellen Ära verankert ist. Aber wir hatten damals entschieden, die Klamotten direkt von der Stange zu kaufen, und das Ganze fast wie eine Dokumentation über Brookyln anzugehen. Ich bin ein großer Bewunderer von Sidney Lumet, und ein großer Dank geht auch an Martin Scorsese. 'Hexenkessel' hatte einen extremen Einfluss auch mich. Das war einer der ersten Filme, an die ich gedacht habe, als ich an 'Saturday Night Fever' gearbeitet habe.“

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo