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"Zwei Freundinnen": Schauspielerin Stéphane Audran ist tot

Stéphane Audran stand für zahlreiche Star-Regisseure vor der Kamera, mit Filmen wie "Babettes Fest" erlangte sie internationalen Ruhm. Die Französin starb im Alter von 85 Jahren an den Folgen einer Krankheit.

Stéphane Audran

Stéphane Audran mit ihrem Ex-Ehemann und Arbeitskollegen Claude Chabrol. In dieser Konstellation drehten die beiden um die zwanzig Filme.

Picture Alliance

Die französische Star-Schauspielerin Stéphane Audran ist tot. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP auf Berufung von Thomas Chabrol, dem Sohn von Audran. Die elegante und begehrte Schauspielerin wurde der Filmwelt vor allem durch die preisgekrönten Film "Zwei Freundinnen" und der Horrorkomödie "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" bekannt. Ihren Durchbruch verdankte die französische Schauspielerin jedoch Claude Chabrol, den sie 1964 auch geheiratet hat. 

Im Alter von 85 Jahren ist Stéphane Audran am Dienstag gestorben. Sie sei seit einiger Zeit krank gewesen, sagte ihr Sohn Thomas Chabrol der französischen . Der 54-Jährige wurde ein Jahr vor der Hochzeit mit Chabrol geboren, mit dem Audran mehr als 15 Filme drehte, darunter "Vor Einbruch der Dunkelheit" und "Blutige Hochzeit".

Stéphane Audran: elegant, diskret, leidenschaftlich

Auch nach ihrer Scheidung im Jahr 1980 stand sie für den Regisseur, der im September 2010 starb, vor der . Man habe 17 lustige Jahre miteinander verbracht und gut gemeinsam gegessen, erzählte sie. Ohne ihn hätte sie nicht gewusst, was sie hätte tun sollen. Nach ihrer Trennung haben beide noch etwa fünf Filme miteinander gedreht.

Das Spiel der eleganten, distanzierten, aber auch leidenschaftlichen Frau verkörperte Audran beispielhaft in Chabrols Filmen "Die untreue Frau", "Der Schlachter" und "Der Riss". Auch Buñuel wusste diese Eigenschaften Audrans in "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" meisterhaft zum Ausdruck zu bringen. Der Film erhielt 1973 den Oscar als bester fremdsprachiger Film und Audran für ihre schauspielerische Leistung 1974 den britischen Filmpreis BAFTA.

Im Theater wenig Erfolg, auf der Leinwand weltberühmt

Geboren wurde die Schauspielerin als Colette Suzanne Dacheville in Versailles bei Paris. Ihr Vater, ein Arzt, starb, als sie noch ein Kind war. Ihr Leidenschaft für die Schauspielerei entdeckte sie schon als Schülerin. Noch während der Ausbildung lernte sie den Schauspieler Jean-Louis Trintignant kennen, den sie 1954 heiratete.

Die Ehe war von kurzer Dauer; Trintignant hatte sich bei den Dreharbeiten von "Und immer lockt das Weib" in Brigitte Bardot verliebt. Ihre ersten Auftritte bestritt Audran im Theater, jedoch mit wenig Erfolg. Erst der Film "Zwei Freundinnen" von Chabrol im Jahr 1968 machte ihren Namen der breiten Öffentlichkeit bekannt. Audran gewann für ihre Rolle als bisexuelle Frau den Silbernen Bären als beste Hauptdarstellerin.

fk / DPA
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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo