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Scheidungs-Komödie: Schnell, witzig, frech

George Clooney und Catherine Zeta-Jones spielen den aalglatten Anwalt gegen das berechnende Biest - schöner und edler kann eine Besetzung kaum sein.

Es gibt Filme, in die gehen die Menschen mit ganz bestimmten Erwartungen. Er soll spannend sein oder witzig, rührselig oder tiefschürfend. Mitunter ist der Film dann auch genau so, wie sie sich es erhofft haben. Der Zuschauer lacht sich schief oder kaut vor Nervosität an den Fingernägeln, greift vor Gefühlen übermannt zum Taschentuch oder hebt zu kühnen Gedankenflügen ab. Der Film ist wie gewünscht, alles ist recht - und trotzdem tritt man mit einem seltsamen Gefühl der Leere aus dem Kino. So ein Film ist "Ein (un)möglicher Härtefall" von Joel und Ethan Coen.

George Clooney und Catherine Zeta-Jones spielen in dem Streifen, schöner und edler kann eine Besetzung kaum sein. Clooney alias Star-Anwalt Miles Massey, aalglatt, Erfolgsverwöhnt, verdammt gut aussehend und verdammt raffiniert. Ein Typ, den Frauen gerne mal so richtig reinlegen wollen. Und Catherine Zeta-Jones, alias Marylin Rexroth, schon der Name klingt gefährlich, ein bildhübsches Biest, sexy und berechnend, mit treuen Augenaufschlag und einem Dollarzeichen auf der Stirn. Ein Weib halt, vor dem sich Männer in Acht nehmen müssen.

Bestechende Story

Die Story ist bestechend gestrickt: Clooney spielt den Scheidungsanwalt, Zeta-Jones ist das Luder, das die Männer reihenweise aufs Kreuz legt und Unterhaltszahlungen einstreicht. Bis sie auf den schönen Anwalt in den feinen Anzügen stößt, der ihr den Trick mit letzten Eheopfern gründlich vermasselt. Als sie danach mit ihrem neuen Ehefang, natürlich einem tumben Multimillionär, brav und attraktiv auf Clooneys Anwaltssofa sitzt und sich ausgerechnet von ihm den Ehevertrag aufsetzen lässt, weiß der Zuschauer, wohin die Reise geht. Natürlich funkt es bald gewaltig zwischen dem Biest und dem Anwalt.

Das alles wird schnell, witzig und frech erzählt, dass es eine Freude ist. Clooney und Zeta-Jones spielen geradezu um die Wette. "Bei George und mir trat der Glücksfall ein, dass wir uns sowohl vor, als auch abseits der Kamera wunderbar verstanden haben", meint Zeta-Jones. Regisseur Joel Coen habe ihnen vor den Dreharbeiten nicht mal Zeit gelassen, sich richtig kennen zu lernen. "Du wirst Ihn schon mögen, Du wirst sehen", soll er gesagt haben.

Tatsächlich gibt es schrille Szenen in Serie. Eine der schönsten, als das Scheidungs-Biest sich mit ihren schnatternden weiblichen Gleichgesinnten trifft und sie über die neuesten Opfer parlieren, die sie gerade nach Strich und Faden ausnehmen. Oder als sie sich zum ersten Rendezvous mit dem Anwalt trifft: Teures Lokal, beide nippen an langstiligen Champagnergläsern, geplaudert wird noch ganz geschäftlich - nur der Zuschauer meint schon die erotischen Funkenschläge zwischen den Beiden zu bemerken.

"Am tollsten fand ich eigentlich das Katz-und-Maus-Spiel zwischen George und mir", erzählt Zeta-Jones. "Er denkt, er hat mich fest in seinem Netz, und dabei täuscht er sich dabei dermaßen." Rache ist süß und fast noch süßer ist die Schadenfreude. Als der Streifen beim Filmfestival in Venedig gezeigt wurde, brachen die Zuschauer geradezu in Lachsalven aus. Coen, Clooney und Zeta-Jones bieten genau das, was sie versprochen haben - doch kaum waren die Kritiker am Lido aus dem Kino, wussten sie nicht mehr recht zu erzählen, was sie gerade gesehen hatten. "Der Plot windet sich wie ein Fisch stromaufwärts", meinte einer. Die Zuschauer wussten schon vor dem Film genau, was sie kriegen - nur von Joel und Ethan Coen ist man eigentlich ein bisschen mehr gewohnt.