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THRILLER / ACTION: Die purpurnen Flüsse

»Die purpurnen Flüsse« ist ein Thriller, der von einem starken Buch und hervorragenden Schauspielern lebt. Jean Reno und Vincent Cassel überzeugen im malerischen Ambiente der Alpen.

Viele Kinogänger vermissen in den amerikanischen Thrillern die Story. Plumpe Gewalt und dumme Sprüche verbergen den Fakt, dass die Hintergrundgeschichte oft auf ein Blatt Toilettenpapier passt. Die Franzosen haben hingegen den Ruf, Meister im Erzählen zu sein. Und so lohnt es sich, einen Blick auf einen faszinierenden Thriller von Regisseur Mathieu Kassovitz zu werfen.

Inspektor Pierre Niémans (Jean Reno) ist eine lebende Legende bei der Polizei. Ein Einzelgänger eben, der mit ganz eigenen Methoden Licht auch in aussichtslose Fälle bringt. Ein solcher Fall erfordert seine Anwesenheit in einem kleinen Ort hoch in den Alpen. Hier ist ein grausamer Mord geschehen; eine Leiche wurde entsetztlich verstümmelt. 300 Kilometer weiter untersucht Kommissar Max Kerkerian (Vincent Cassel) eine merkwürdige Friedhofsschändung. Immer neue Geschehnisse wecken die Neugierde der beiden Polizisten. Alle Spuren führen zu einer einsamen Universität in den Bergen.

»Die purpurnen Flüsse« ist ein Thriller, der von einem starken Buch und sehr guten Schauspielern lebt. Reno und auch Cassel geben den verschrobenen Polizisten, der sich nicht an die Vorschriften hält, mehr als gut. Ein dritter Pluspunkt ist die Kulisse. Im malerischen Ambiente der Alpen gilt es, dem Geheimnis der purpurnen Flüsse auf die Spur zu kommen, bevor weitere Menschen bestialisch abgeschlachtet werden. Die Lösung des Rätsels erwischt den Zuschauer ohne Vorahnung - ein Meisterstück. Freilich eines, das sich Zuschauer mit schwachen Nerven besser nicht antun sollten. Eigentlich hätte der Film locker eine Empfehlung »ab 18 Jahren« verdient.

Zu den DVD-Extras gehören ein 52-minütiges Making of, ein Interview mit Jean Reno und ein Film/Storyboard-Vergleich.

Bild: 2,35:1, Laufzeit: 105 Minuten

Carsten Scheibe