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Zehn Goya-Filmpreise für Stummfilm: Schneewittchen unter Stierkämpfern

Der spanische Filmemacher Pablo Berger lässt das Märchen "Schneewittchen" in der Welt der andalusischen Stierkämpfer spielen. Das kommt an: Sein Streifen wurde mit zehn Goya-Preisen überschüttet.

Der Stummfilm "Blancanieves" (Schneewittchen) ist als der große Sieger aus der diesjährigen Verleihung der spanischen Goya-Filmpreise hervorgegangen. Der in Schwarz-Weiß gedrehte Streifen des Spaniers Pablo Berger erhielt in der Nacht zum Montag insgesamt zehn Auszeichnungen. Der Film ist eine Würdigung der Stummfilme der 20er Jahre.

Berger lässt das Märchen der Gebrüder Grimm in seinem Film in der südspanischen Region Andalusien und in der Welt der Stierkämpfer spielen. Der Streifen erhielt unter anderem den Goya-Preis für den besten Film. Maribel Verdú wurde für die Rolle der bösen Stiefmutter als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Macarena García erhielt für die Titelrolle den Goya-Preis als beste Nachwuchsschauspielerin.

Die Goya-Auszeichnung für die beste Regie wurde Juan Antonio Bayona für den Film "Lo imposible" (Das Unmögliche) zugesprochen. Der Streifen, der von dem Schicksal einer spanischen Familie bei der Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004 in Asien handelt, erhielt insgesamt fünf Preise.

Die Gala der Preisverleihung war geprägt von der Kritik an der Sparpolitik der spanischen Regierung. Maribel Verdú widmete ihren Preis "all den Menschen, die durch ein korruptes und veraltetes System ihre Wohnung, ihre Zukunft oder auch ihr Leben verloren haben".

Candela Peña, Preisträgerin für die beste weibliche Nebenrolle in "Una pistola en cada mano" (Eine Pistole in jeder Hand), sagte: "Ich war drei Jahre lang arbeitslos gewesen und musste mitansehen, wie mein Vater in einem staatlichen Krankenhaus starb, in dem es nicht einmal Decken gab."

DPA/AFP / DPA