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Gedichtband von Thomas Gsella: Solche Tiere gibt's doch gar nicht?

Mit seinen lustigen Gedichten bereichtert Thomas Gesella die Humorseite des stern. Mit "Was macht das Blättertier denn hier" legt er nun gemeinsam mit Eva Häberle ein Buch voller zauberhafter Wesen und gsellahafter Verse vor.

Wer diese Eule sieht, der blickt verloren  In große Augen, und er reißt sich los:  Er sieht die Flügel und die kleinen Ohren –  Und blickt in Augen, rund und gelb und groß.     Er reißt sich los und sieht die kleinen Krallen  Und überm Zweig ein helles Himmelsrund  Und möchte tief in ferne Sterne fallen –  Und blickt in Augen, groß und gelb und rund.     Und er ist ich. Für mich gibt’s kein Entkommen.  Mich haben diese Augen im Visier,  Nein, besser dich. Dich machen sie benommen –  Gleich gleiten sie, samt Schnabel, still zu dir…    Zum Verlag

Wer diese Eule sieht, der blickt verloren

In große Augen, und er reißt sich los:

Er sieht die Flügel und die kleinen Ohren –

Und blickt in Augen, rund und gelb und groß.

 

Er reißt sich los und sieht die kleinen Krallen

Und überm Zweig ein helles Himmelsrund

Und möchte tief in ferne Sterne fallen –

Und blickt in Augen, groß und gelb und rund.

 

Und er ist ich. Für mich gibt’s kein Entkommen.

Mich haben diese Augen im Visier,

Nein, besser dich. Dich machen sie benommen –

Gleich gleiten sie, samt Schnabel, still zu dir…

Zum Verlag

Seit einigen Jahren schreibt der Robert-Gernhardt-Preisträger Thomas Gsella lustige, wahre und schöne Gedichte für die stern-Humorseite "Ein Quantum Trost" und ist offenbar nicht ausgelastet. Als die Hamburger Fotografin Eva Häberle ihn fragte, ob er ihre aus Pflanzen kunstvoll arrangierten Tiere bedichten wolle, reimte er sofort los, und heraus kam ein Buch voller zauberhafter Wesen und gsellahafter Verse. "Was macht das Blättertier denn hier" hat einen Verlag (Knesebeck), eine Homepage (www.blaettertier.de) und eine Ausstellungsweltpremiere: Vom 25.2. bis 12.3. sind die Tier-Gedicht-Bilder in der Hamburger Galerie Multiple Box zu sehen.

Themen in diesem Artikel
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo