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China: Deutscher täuscht Polizei als Terrakotta-Krieger

Nahe der chinesischen Stadt Xi'an hat sich ein deutscher Kunststudent unter die Armee der Terrakotta-Krieger gemischt. Völlig unbeweglich und perfekt getarnt fiel er der Polizei nicht auf.

Ein deutscher Kunststudent hat sich als Krieger verkleidet unter die weltberühmten Terrakotta-Soldaten im Grab des ersten chinesischen Kaisers nahe der Stadt Xi'an gemischt. Das Kostüm - einen dunkelbraunen Kampfanzug komplett mit Tunika und Helm - hatte sich Pablo Wendel selbst gebastelt. Völlig unbeweglich stand der Deutsche zwischen mehr als tausend tönernen Soldaten, so dass die Polizei erst Mühe hatte, ihn von seinen historischen Kameraden zu unterscheiden, wie chinesische Medien berichteten. Sie hatten zunächst nur eine schattenhafte Figur wahrgenommen, die plötzlich in die Grube geklettert war. Als sie ihn schließlich entdeckten, weigerte sich der Deutsche, seinen Posten freiwillig zu verlassen. Die Beamten hätten den lebenden Krieger "wie einen gefällten Baum" wegtragen müssen, hieß es.

Ein Kindheitstraum wird wahr

Der 26-Jährige berichtete, die mehr als 2000 Jahre alte Grabbeigabe des Kaisers Qinshihuang habe ihn seit seiner Kindheit fasziniert. "Ich habe immer davon geträumt, mich verkleidet unter die echten Terrakotta-Krieger zu mischen", zitierte die Nachrichtenagentur Xinhua Deutschen, der in China Aktionskunst studiert. Der Kunststudent gab an, er habe eigentlich nur ein Foto von sich nahe der Ausgrabungsstätte machen wollen. Der Anblick der Krieger habe ihn dann aber überwältigt.

Die Polizei ließ Milde walten, weil keine Schäden an den kostbaren Kulturgütern entstanden waren und der Deutsche "eindeutig eine Leidenschaft entwickelt hatte". Nach "ernster Kritik und Belehrungen" wurde der Störenfried an seinen Studienort Hangzhou in Ostchina geschickt. Das täuschend echt aussehende Kostüm wurde beschlagnahmt.

DPA/AP / AP / DPA
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