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Galerie-Eröffnung: Lindenberg stellt Lindenberg aus

Schlapphut, Sonnenbrille, "Keine Panik" - so heißt natürlich auch die erste Ausstellung, die Udo Lindenberg in seiner neuen Galerie in Hamburg präsentiert. Bei der Eröffnung gab der Altrocker ein paar Peinlichkeiten zur Kunst zum Besten.

Rockmusiker und Maler Udo Lindenberg (60) möchte aus seiner Galerie am liebsten ein neues "Onkel Pö" machen. "Wir werden hier reichlich Sessions bieten, mit Klavier, Bar und Video-Walls", sagte der Künstler bei der Einweihung der "Udo Lindenberg & more"-Galerie am Wochenende. "Eine Honky-Tonky-Bar mitten in einer Gegend, wo sonst nur Shopping angesagt ist, wäre super", meinte der 60-Jährige. Die erste nach ihm benannte Galerie hat ihre Räume in der neuen Europa-Passage im Zentrum der Hansestadt. "Mein Traum ist, dass sich hier Farben und Klangmalerei treffen", erklärte der passionierte Maler.

Die Eröffnung der ersten Ausstellung - die selbstredend "Keine Panik" heißt - ließ dann auch schon ein bisschen "Onkel Pö"-Stimmung aufkommen. Komiker Otto Waalkes (58), der wie sein früherer WG-Mitbewohner Udo in den 70er Jahren in der legendären Hamburger Musik-Kneipe seine ersten Auftritte feierte, hielt eine kurze Lobesrede auf seinen Freund und brachte den Gästen gemeinsam mit dem Panik-Rocker ein musikalisches Ständchen. "Bilder, über die man viel sagen muss, sind meist keine guten Bilder", meinte Otto. Über die Lindenberg-Werke müsse man nicht viel sagen. "Sie haben einen gewissen Schwung, einen heiteren Schwung, einen Udo-esken Schwung."

Likörellen und Champirellen

Beim ersten Rundgang und einem Drink erfanden die beiden Künstler sogleich eine "Kunstform": die "Champirelle". "Die soll entstehen, wenn man mit einem Mix aus Eierlikör und Champagner malt", klärte der Musiker die Gäste auf. Lindenbergs Vorliebe für Eierlikör ist ebenso bekannt wie seine farbenprächtigen, mit Alkohol gemalten "Likörellen". In der Galerie, die zu den Waltentowski-Galerien gehört, werden nach der Lindenberg-Sonderausstellung (bis zum 4.11.) stets ein Drittel der Werke aus dem Atelier des Deutschrockers stammen. Die Bilder kosten zwischen etwa 1000 und 20.000 Euro. Die Malerei nehme ihn immer mehr in Anspruch, sagte er. "Der Lindiismus greift um sich."

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