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Kritik via Twitter Keine Segnung für Homosexuelle: Elton John wirft dem Vatikan Scheinheiligkeit vor

Musiker Elton John und Ehemann David Furnish
Musiker Elton John und Ehemann David Furnish
© Ian West / Picture Alliance
Die katholische Kirche darf auch weiterhin keine homosexuellen Paare segnen. Allerdings hatte der Vatikan offenbar kein Problem damit, Geld in Elton Johns Filmprojekt "Rocketman" zu investieren, das Homosexualität behandelt.

Superstar Elton John ist not amused: Mit seiner Entscheidung bezüglich der Segnung homosexueller Paare stieß der Vatikan viele Menschen auf der ganzen Welt vor den Kopf – auch den 73-jährigen Musiker, der nach einer schwierigen Jugend, in der er seine Sexualität zu verbergen versuchte, seit vielen Jahren glücklich mit dem Regisseur David Furnish verheiratet ist. Doch Elton John ist nicht nur von der Aussage des Papstes irritiert – er hat noch ein pikantes Detail beizusteuern, das in dem Kontext tatsächlich Fragen aufwirft.

2019 kam das Elton-John-Biopic "Rocketman" in die Kinos, in dem Schauspieler Taron Egerton den Musiker als jungen Mann zu Beginn seiner Weltkarriere spielt. In dem von Kritikern und Fans hochgelobten Film, der erfolgreich in den Kinos lief, steht explizit auch Elton Johns Homosexualität im Mittelpunkt. Und ein Teil der Einnahmen des Films ging – an den Vatikan. Der hatte sich – über Umwege, mithilfe eines zwielichtigen, maltesischen Fonds – finanziell an der Kinoproduktion beteiligt und nach dem Erfolg entsprechend profitiert.

Elton John wirft Vatikan Scheinheiligkeit vor

Das nennt Elton John nun ganz klar "scheinheilig". Er schrieb auf Twitter: "Wie kann der Vatikan es ablehnen, homosexuelle Paare zu segnen, weil sie 'sündig' seien, aber fröhlich einen Profit daraus schlagen, Millionen in 'Rocketman' zu investieren? Einen Film, der davon handelt, wie ich endlich mein Glück finde – durch die Hochzeit mit David?"

Die mindestens überraschenden Investitionen, die der Vatikan getätigt hatte (u.a. auch in eine "Men In Black"-Fortsetzung oder Immobilien in London) waren 2019 von der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" aufgedeckt worden. Seither scheint sich Papst Franziskus zu bemühen, Ordnung in die Finanzen seines Kirchenstaates zu bringen. Das ändert aber vermutlich nichts daran, dass der Papst, der bisher als verhältnismäßig modern und progressiv galt, mit seiner jüngsten Entscheidung viele Sympathiepunkte verspielt haben dürfte.

In der Begründung zum Schritt der katholischen Kirche heißt es lapidar: “Die Gemeinschaft der Christen und ihre Hirten müssen Personen mit homosexuellen Neigungen willkommen heißen, mit Respekt und Feingefühl." Aber dann weiter: "Gott wird und kann keine Sünde segnen. Er segnet sündige Menschen, damit sie einsehen, dass sie Teil seines liebevollen Plans sind und zulassen, dass er sie bessert." Ein herber Schlag für homosexuelle Menschen, die gern ein akzeptierter Teil der katholischen Kirche wären.

Quellen:   "The Guardian"Twitter

wt

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