Grand-Prix-Vorentscheid Wer fährt für Deutschland nach Belgrad?


Der Grand-Prix-Countdown läuft: Vier Engel, drei Latino-Popper, fünf Teenie-Schocker, ein Schnulzensänger und ein Musicalstar treten am Donnerstag beim Vorentscheid in der ARD-Show gegeneinander an. Doch nur einer von ihnen tritt für Deutschland beim 53. Eurovision Song Contest am 24. Mai in Belgrad an.
Von Yasmina Foudhaili

Die Aufbauarbeiten im Hamburger Schauspielhaus laufen auf Hochtouren. Zwölf Lkw-Ladungen randvoll mit Technik, darunter elf Kameras und neun Kilometer Kabel verwandeln das unter Denkmalschutz stehende Theater in den Austragungsort des Grand Prix Vorentscheides.

Was den gespannten Zuschauer erwartet? Pop in drei Sprachen, denn neben drei englischen Titeln und einer einzigen deutschen Nummer, wird dieses Mal sogar spanisch gesungen. Als Favoriten mit der größten Fangemeinde werden die No Angels und die Glam-Pop-Band Cinema Bizarre gehandelt. Doch werfen wir mal einen genaueren Blick auf die drei weiteren, weniger bekannten Kandidaten.

Tommy Reeve auf Schmusekurs

Tommy Reeve passt perfekt in die Fußstapfen von Vorjahressieger Roger Cicero, denn beide zielen auf die Herzen aller Frauen ab. Er singt über das, was ihn wirklich bewegt, betont der dunkelhaarige Barde in Interviews immer wieder. Reeve singt zärtlich von Liebe und Leidenschaft und setzt mit der souligen Ballade "Just One Woman" und seinem verträumten Blick auf den Schmusekurs. Und seine Chancen stehen gut, denn der Münchener ist kein unbekannter: Mit seiner ersten Single "I'm Sorry" landete der dunkelhaarige Schönling im letzten Sommer bereits einen ersten Achtungserfolg in den Charts. Mit einem englischen Titel und ohne große Showelemente will der wildgelockte Sänger auf Stimmenfang in gehen. Tommy Reeve, der übrigens bürgerlich Thomas Vogt heißt, wird am Klavier sitzen, viel Gefühl in die Nummer legen und von vier Background-Sängerinnen begleitet werden.

Die feurigen Spanier aus Hannover: Marquess

Dass Frontmann Sascha Pierro, Keyborder Christian Fleps, Gitarrist Dominik Decker und Bassist Marco Heggen der spanischen Musik und Kultur verfallen sind, wird bei dem Bandnamen Marquess und Sommerhits wie "El Temperamento" und "Vayamos Companeros" schnell deutlich.

Auch wenn sie einen Teil ihrer Songs auf Spanisch singen - Wurzeln hat keiner der vier Musiker in dem südeuropäischen Land. Den einzigen südländischen Einschlag bringt der Deutsch-Italiener Sascha Pierro mit. Der hat auch schon Vorentscheid-Erfahrungen, denn 2003 trat der Marquess-Frontmann mit dem Titel "Wenn Grenzen fallen" an. Den Sieg will er sich dieses Jahr mit seinen Bandkollegen und dem spanisch-sprachigen Lied "La Histeria" erkämpfen. Wenn das Quartett das Ticket für Belgrad in den Händen hält, stehen die Chancen gar nicht schlecht. Denn mit ihrem Hit "Vayamos Compañeros" haben sich die Hannoveraner europaweit schon einen Namen gemacht.

Carolin Fortenbacher, die stimmgewaltige Außenseiterin

5-Oktaven-Stimme, 23 Jahre Bühnenerfahrung und der einzige deutsche Titel im Vorentscheid: Die gebürtige Hamburgerin tritt als Außenseiterin mit gewaltigem Stimmvolumen und der gefühlvollen Ballade "Hinterm Ozean" an. Dabei hat sie mehr Bühnenerfahrung als fast alle Grand-Prix-Vorentscheid-Kandidaten zusammen. Zuletzt spielte Carolin Fortenbacher fünf Jahre eine Hauptrolle im Abba-Musical "Mamma Mia!". Davor begeisterte ihre ausgebildete Opernstimme als Königin der Nacht in Mozarts Oper "Die Zauberflöte" oder als Evita Péron in dem Musical "Evita". Ihre dreizehnjährige Tochter Celine drückt ihrer stimmgewaltigen Mutter ganz fest die Daumen.

Wer sich das Ticket nach Belgrad sichert und nach Texas Lightning und Roger Cicero diesmal für Deutschland Punkte sammelt, entscheidet sich am Donnerstag um 20.15 Uhr in der ARD


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