HOME

Hört, hört! - die Musiktipps der Woche: Alte Bekannte

Das Internet, unendliche Musik-Weiten. Was lohnt sich zu streamen? Wir helfen bei der Suche nach Neuem und Bewährtem. Heute beschäftigen wir uns mit alten Bekannten, die wir fast vergessen hätten.

Von Alf Burchardt

Alf Burchardt ist Musikredakteur beim stern.

Alf Burchardt ist Musikredakteur beim stern.

Die Damen- und Herrschaften hier kennen wir doch!? Aber fast haben wir sie vergessen. Weil wir lange von ihnen nichts mehr gehört haben. Oder weil wir nichts Hörenswertes mehr erwarten. Schenken wir ihnen mal wieder ein bisschen Aufmerksamkeit.

1. Karen O: "Rapt" - Der nervöse Indie-Rock ihrer Band Yeah Yeah Yeahs war zunehmend egaler geworden, ganz fein aber: die Songs, die Karen O allein in ihrem Schlafzimmer aufgenommen hat.
2. Robert Plant: "Rainbow" - Weil er keine Lust mehr hat, mit Jimmy Page die alten Led-Zeppelin-Nummern zu singen, bringt er mit neuer Band Folkore und Rock zusammen. Macht er recht gut.
3. The New Pornographers: "Champions" - Für ihr sechstes Album sind der Band aus Vancouver, die mal als "Indie-Supergroup" gehandelt wurde, endlich wieder ein paar schöne Popsongs eingefallen.
4. Camper Van Beethoven: "It was Like That When We Got Home" - Die Kalifornier rockten gern immer mal ein bisschen zu clever daher, solch purer Pop schien ihnen lange zu gewöhnlich.
5. The Kooks: "Around Town" - Dark Horses, sagt Nick Cave, seien die beste Band aus seinem Wohnort Brighton, die Kooks sind für einen wie ihn viel zu euphorisch.
6. The Drums: "Kiss Me Again" - Als die New Yorker zum ersten Mal auftauchten, waren sie zu dritt und spielten Surf Rock. Jetzt, zum Duo geschrumpft, mögen sie es schrammeliger.
7. Chicks On Speed: "Burning Down The House" - 14 Nummern finden sich auf dem neuen Album der Münchnerinnen, dem ersten seit fünf Jahren, eins der besten Stücke: dieser alte Hit der Talking Heads.
8. Johnny Marr: "Easy Money" - Nachdem der ehemalige Gitarrist sein Talent lange Zeit bei mittelmäßigen Projekten verschwendete, rockt er auf seinem zweiten Soloalbum solide, manchmal, wie hier, auch beseelt daher.
9. Death From Above 1979: "Cheap Talk" - Lange war das Duo aus Kanada verschwunden, jetzt zeigt es wieder, was alles geht nur mit Bass, Schlagzeug und Gesang - live, und auch auf einem neuen Album.
10. Oasis: "Morning Glory (Live At Roskilde)" - Neues werden wir den Brüder Gallagher nicht mehr zu hören bekommen, das bleibt nur Altes. Wie diese Liveaufnahme, die es zur Neuauflage ihres Hitalbums gibt.