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"Jojas Piano Academy": Ran-Tasten mit Joja Wendt

Der Musiker Joja Wendt bringt in seiner "Piano Academy" auch Anfängern spielerisch das Klavierspiel bei. Ein Selbstversuch.

Joja Wendt

Der Pianist Joja Wendt erklärt seine Tricks

Alles sieht hier gleich aus. Ich sitze vor dem Klavier meines Sohnes und starre auf die Tastatur. Die ist mir immer ein Rätsel gewesen. Wie orientiert man sich hier überhaupt? Ich kann auch keine Noten. Jede musikalische Theorie ist mir fremd. Obwohl ich Schlagzeuger bin. Aber ich bin ein Instinkt-Musiker. Wenn mir einer sagt: „Spiel mal ein C auf dem Klavier“, dann weiß ich nichts damit anzufangen.

"Sauber", sagt der Hamburger Pianist Joja Wendt. "Du bist der ideale Kandidat für unsere Online-Piano Academy. Für Leute wie dich ist unser Kurselement 'Anfänger - Spielen ohne Noten' gemacht." Wendt duzt seine Schüler. Er kann nicht anders. Distanz ist nicht sein Ding.

Zuhause melde ich mich erst einmal bei "Jojas Piano Academy" an, stelle - wie angeordnet - mein iPad aufs Klavier und klicke den ersten Anfängerkurs an. Joja Wendt erscheint auf dem Display. Er hockt am Flügel in seinem Probenraum und erzählt mir zunächst, wie ich sitzen und meine Hände halten soll. Dann geht es um die ersten Töne, Tonfolgen und Akkorde. Was Wendt erklärt, wird parallel auf einer virtuellen Tastatur angezeigt. Der Mann ist nicht nur ein erfolgreicher Konzertpianist, sondern auch ein Entertainer mit Hang zum Scherzen. Das nimmt dem Kurs das Weihevolle. Hier sollst du was lernen und Spaß dabei haben - das ist die Botschaft.


Am Klavier mit Joja Wendt 

Und offenbar wollen die Deutschen lernen. Zwar spielen nur 9 Millionen Menschen bei uns ein Instrument, aber 24 Millionen würden laut Umfragen gern lernen, eines zu spielen. Und das beliebteste Instrument ist das Klavier. Da geht doch mehr als mit den bisherigen Online-Angeboten, dachte sich Wendt und beschloss, für des Deutschen Sehnsuchtsinstrument einen unangestrengten, aber hoch professionellen E-Learning-Kurs anzubieten.

Man fühlt sich hier tatsächlich nicht wie in der Schule. Eher wie bei einem Kumpel, der mal eben die Grundbegriffe des Pianospiels erklärt. Und ich kapiere schnell. Was wohl an der so genannten Ghosthand liegt. Die ist wirklich einzigartig. Dafür wurden Wendts Hände in einem aufwendigen Prozess abgefilmt und später in allen Videos auf die virtuelle Tastatur projiziert. Wenn er nun eine Taste drückt, wird parallel der Notenname angezeigt. 214 Lehrfilme sind schon online. Weitere 234 werden im Laufe des Jahres dazu kommen. 29 Euro kostet das monatliche Abo, das jederzeit kündbar ist. Man braucht ein Tablet oder einen Laptop und natürlich ein Klavier. Ein billiges Keyboard reicht aber ebenfalls zum Üben. Anfänger und Fortgeschrittene sollen nicht nur von Wendt, sondern auch von seinen Gastmusikern lernen. Der Konzertpianist hat prominente Kollegen in den Probenraum geladen, die dem Ganzen in einigen Lehrvideos noch etwas Glamour verleihen. Otto Waalkes war schon da, der alte Bill Ramsey lehrt den Song "Wonderful World", Udo Lindenberg und Annett Louisan werden noch erwartet.


Für einen Lindenberg-Song ist die Zeit bei mir aber noch nicht reif. Ich hänge gerade etwas einem einfachen Blues, der mir noch zu holprig gerät. Die Finger wollen nicht wie ich. Aber das Gute ist: kein Klavierlehrer raunzt mich an, wenn ich daneben liege. Ich wiederhole die Lektionen so lange bis, na, ja, bis meine Frau mich anraunzt, ob ich nicht endlich mal was anderes spielen kann. 

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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo